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Tagträume

Leben lassen

Du wirfst dir die Nacht um die Schultern
wie einen Mantel,
drehst dich um
und gehst -
mich nicht beachtend -
deinen Weg zurück.

18.1.07 17:00


Dich lieben

Erkennst du mich? Ich, die ich dir immer alles gegeben habe, was ich konnte? Erkennst du, wie ich für dich gelitten habe? Kannst du all die Qualen erkennen?
Nein, du kannst es nicht.
Immer und immer wieder habe ich mich dazu ermuntert, aufzustehen, die Bandagen zu nehmen, meine Fäuste zu umwickeln… Immer warst du derjenige, der mich dazu getrieben hat. Wie oft habe ich meine geballten Hände an diese Holzwände geschmettert, wie oft spürte ich doch das frische Holz unter meiner Kraft splittern! Wie oft habe ich mir die Holzsplitter aus meiner Haut gezogen, aus all den kleinen Wunden, die das Holz in mich schlug wie Nadelstiche so fein. Keine Ehre ohne Kampf, und mein unsichtbarer Feind… warst du. Für dich habe ich das alles getan, für dich bin ich so geworden, wie ich heute vor dir stehe. Kannst du dir vorstellen, wie lange es gedauert hat, bis ich mich gut genug fand? Gut genug für dich? Kannst du dir vorstellen, wie ewig ich gebraucht habe, bis ich endlich mein Ziel erreicht hatte, wie ich gekämpft habe um so zu sein wie du es wolltest? Aber es war auch stets ein Kampf in mir, ein Kampf den meine Vernunft verlor gegen meine Zuneigung. Auf Ewigkeit werde ich meinen äußeren Kampf weiterführen müssen, um so zu bleiben, wie ich glaube es nur richtig ist für dich. Doch alles in mir wird ruhen. Nahezu friedlich. Denn mit deiner Liebe habe ich doch alles bekommen, was ich haben wollte.

Es ist so schwer, dich nicht zu lieben, wo du doch immer präsent bist, tief in meinem Kopf. Wo du stets da bist, deinen Platz verteidigst gegen alles Andere, alles Neue. Du bist der, den ich will und für immer wirst du es sein. Und selbst wenn du dich von mir abwendest, immer wirst du es bleiben.

16.10.06 21:42


Trägt die Sonne eigentlich Sonnebrillen?

Er kann ihre Haut noch in seinen Fingerspitzen fühlen, diese samtige, weiche Haut. Er sieht noch genau den goldenen Glanz ihres Haars, das sich so leicht über ihren Rücken ergoss wie Wasser, das sich jeder Form anpasst. Er kann sie noch riechen, ihre Haut hatte einen eigenen Geruch, sie duftete süß wie die Früchte des Sommers, und schwer wie Sandelholz. Der betörende Duft verführte zuerst seine Nase und dann ihn. Er sieht noch ihre Augen, diese glänzenden, grünen Smaragde, die alles spiegelten, was sie erblickten, die alles was sie sahen in sich aufsaugten, in sich aufnahmen und die so tief waren wie das Meer nur tief sein kann. Er denkt an ihre Lippen, die ihn nie enttäuschten, außer dieses eine Mal, die nicht ohne Sinnlichkeit ihm jeden Tag aufs Neue belogen, sie würden ihn niemals enttäuschen können. Er erinnert sich an diesen Blick des Neides, der ihn jedes Mal verfolgte, wenn er sich von ihr abwandte.
Sie war eine Spielerin, keine Frage, und sie liebte jegliche Aufmerksamkeit.
Er weiß noch genau, wie seine Blicke auf ihr tanzten, wenn sie sich doch erbarmte, ihm etwas zu geben. Er weiß, wie ihr Atem klang, tags und nachts, weiß, wie er ihn zu etwas anderem verwandeln konnte. Er erinnert sich an jedes Detail ihres Körpers. Er weiß, wie viele Leberflecke sich unter ihrer Kleidung verbargen, kennt jede Stelle noch haargenau. Er weiß, von dem Kleinen an der Innenseite ihres Oberarms, er kennt die drei oberhalb ihrer Brust, er kennt jeden Millimeter Haut an ihr. Er weiß, wie es aussah, wenn die Sehnen hervortraten, wenn sie ihren Kopf vor Wonne in den Nacken warf, weiß, wie er sich an sie schmiegen musste, damit sie ihm fast alles erfüllte.
Doch jetzt ist sie fort.
Der Wind streichelt ihn so zart, fast tröstend, wie sie es nie vermochte zu können. Dieser Wind berührt ihn beinahe tiefer, als sie es je tat, auch wenn er genau weiß, dass es niemals wieder jemand so tun kann. In der Weise, wie er um seinen Körper fährt, erinnert er ihn so schmerzhaft an sie. Sein Blick bleibt an etwas hängen. Ein goldenes Haar, das sich im rauen Stoff seiner dunklen Jacke verfangen hat. Er löst es und übergibt es dem Wind und der Sonne, und beide tragen es fort, als wäre es wie ein Kind, auf das beide so sehnsüchtig gewartet haben. Und mit diesem Haar geht der allerletzte Teil des Mädchens von ihm. Und er weiß, niemals wird sie zurückkehren.
Bon Voyage.

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Der Titel ist übrigens nach einer Frage in der Kurzgeschichte "Alltag eines Humoristen" von Ephraim Kishon entstanden. Sozusagen my tribute to Ephraim Kishon. 

10.10.06 21:22


Schattenkinder

[…]

Denn ich bin eine Schöpferin. Ich mache Chaos zu Kosmos. Ihr werdet mich fallen sehen – viele Male, aber ihr werdet mich auch siegen sehen. Tausende Kriege werde ich gewinnen.
Der Tag wird kommen, an dem du endlich wieder deine Augen öffnest. Bis dahin werde ich meine Rache gefunden haben. Mein Atem wird deiner sein. Ich hauche dir dein Leben ein und lösche es nach und nach wieder aus. Dein Leben liegt nur in meinen Händen und du wehrst dich nicht einmal dagegen… Spürst du, wie sich meine Daumen in deine Kehle pressen? Wie sich meine Hände um deinen Hals geschlossen haben? Wie sich meine Finger langsam in ihn bohren, zudrücken, deine Kehle zermalmen?
Öffne deine Augen! Schau mich an! Ich will deine Angst sehen, will sie spüren! Die Angst, die mich weitermachen lässt…! Sie treibt mich an. Sie macht mich süchtig… Schau mich an! Die Tränen, die aus deinen Augen fließen, werden sich schon bald in Blut verwandeln und in breiten Strömen deine Wangen bedecken…
Du fragst mich, wer ich bin. Du kennst mich nicht, aber ich dich umso mehr.
Öffne deine Augen!
Dein Atem geht viel zu langsam… In welchen Träumen, in welchen Sphären schwebst du? Ich sehe wie sich dein Brustkorb hebt und senkt. Immer wieder, gleichmäßig, langsam. Diese langen Wimpern bedecken deine geschlossenen Lider…
Öffne deine Augen!
Spürst du meine Hände nicht? Spürst du nicht, was ich mit deinem Körper tue? Ich tanze auf deinem Körper. Bemerkst du mich, mein Sklave? Ich bohre meine Nägel in deinen Bauch, schlage meine Zähne in deinen Hals und trinke langsam dein Blut. Unter meiner Zunge pulsiert dein Hals. Langsam fließt dein Blut über meine Lippen und tropft auf deine kühle Kehle. Es wird dicker und gerinnt auf deiner Haut… Ich liebe dich.
Öffne deine Augen!
Die Krusten lösen sich unter meiner Zunge. In deinem Kopf schäumt das Blut. Deine Lippen sind leicht geöffnet und kalt. Ich sehe wie sich dein Brustkorb hebt und senkt und starre in dein Gesicht. Dein Hals verletzt, deine Brust warm. Ich liege auf dir und spüre deine Bewegungen. Dein Hals blutrot.
Öffne deine Augen! Schau mich an!
Ich liebe dich, solange du atmest. Atme für mich, mein Sklave.

[…]

 

9.9.06 20:49


(Auszug III)

[...]
Deine Meinung, deine Liebe zu verteilen, auf vier oder fünf Personen... Du merkst nicht, was du jedem Einzelnen antust. Noel, der dich viel zu sehr an sich gefesselt hat, den du um keinen Preis verlieren willst, aber den du loslassen möchtest, obwohl du dir in deinem tiefsten Inneren bewusst bist, dass du ihn noch begehrst. R, den du abgöttisch liebst, der nur ein falsches Wort zu sagen braucht, um dich in Trauerabgründe zu befördern, den du nie verlassen willst. Lex, der es sich in den Schädel gesetzt hat, um dich zu kämpfen, und der meint, du hättest wahres Interesse, obwohl du ihn nur nicht fallen lässt, um ihn nicht zu verletzen. Gleiches gilt für O., den du zwar magst, aber nicht weißt wie sehr, den du einfach nicht zu lieben hast, weil er nicht zu dir gehört – und das ist der Reiz. Und K., als Beispiel um zu demonstrieren, wie weit deine Eifersucht reicht. Eigentlich hast du um alle deine Arme geschlossen und willst so richtig keinen mehr loslassen...! Sie gehören doch schließlich alle dir, sind dir verfallen. Bei jedem kannst du ein anderes „ICH“ ausleben, eines deiner tausend Gesichter zeigen, andere Sehnsüchte ausleben, in eine andere Rolle springen... Kein Wunder, dass du immer noch auf der Suche nach dir selbst bist! Du bist so falsch und intrigant, man sollte dich nicht nur büßen lassen, sondern dir alles nehmen!
Der Wille zur Wahrheit, er ist ja da. Dir fehlt nur die Kraft um durchzuhalten. Vielleicht wäre es das Einzige, was du jemals durchhalten würdest, auch wenn es am Ende dazu führt, dass du zerbrichst. Durch deine eigene Stärke und Macht zu Fall gebracht. Du bist eben ein labiles Wesen. Denk doch nach, dieses Leben kann nicht so weitergehen! Mit deiner Passion, alle dem... Du weißt, was ich meine! Hör auf dich zu fragen, wohin du gehörst. Anzunehmen, es würde da etwas in dieser Richtung existieren...! Ich sage dir, das Einzige, was existiert ist Einsamkeit und Trauer. Das ist das Einzige, was „wirklich real“ ist. Einsamkeit, Trauer und ihr Gefolge, mehr gibt es nicht. Der Rest ist Fantasie, Einbildung, Wunschvorstellung... Illusion! Du suchst doch eigentlich nur einen Platz, an den du vor dieser Einsamkeit flüchten kannst... Wo wäre es passender, als in den Armen eines so genannten „Geliebten“ – in welcher Weise das auch immer geschehen mag. Die Flucht in die Arme einer gewünschten Welt, eines „perfekten“ Lebens. Wenn ein Traum zu Schaum wird, dann hast du den nächsten gleich bereit, in den du dich mit all deinem Schmerz und Leid stürzen kannst – also kann ich dich auch irgendwie verstehen, du wechselhaftes Wesen. Deine Probleme sind mir alle nicht neu, auch wenn du dir vormachst, du wärst die Einzige, die so empfindet. Leid zeichnet uns doch alle wohl oder übel irgendwann. Mehr oder weniger. Die unterschiedlichen Ausführungen sind doch schließlich der Grund, warum wir alle so verschieden sind. Und du bist einzigartig – so wie du immer und immer wieder im gleichen Dreck kriechst, den Schlamm aufsaugst und frisst und die Verdorbenheit und Fäulnis in dich drückst. Dein Phänomen ist dieses ständige Leid. Das Wimmern, Flehen. Aber du bettelst nicht. Du deutest an und forderst nicht. Wie bringst du es nur zu Stande, diese Männer in deinen Bann zu ziehen? Das einzig Witzige ist dabei, wenn du dann WIRKLICH Noel brauchst, nur um zu REDEN, dann ist er plötzlich nicht da. Bei allen kleinen Dingen, Problemen – da war er da, hielt dir die Hand, leckte dein Gesicht und küsste die Wege deiner Tränen, nachdem er sich durch all deine neuen und alten Wunden gewühlt hatte. Doch wenn nun die größte Katastrophe ins Haus steht... WIESO? Wieso ist er jetzt nicht da, wo du ihn brauchst? Deine Welt, dein Gesamtkunstwerk von fünf wackligen Kartenhäusern stürzt auf der Stelle ein... Und du siehst nur noch diesen Wirbel, diesen Kreis, dieses Drehen, kurz bevor du aufschlägst auf diesen verdammt harten Boden. Abgrundtiefe Trauer hüllt dich in ihren Schleier aus Samt und die Einsamkeit hat also immer noch nicht ihre Finger von dir gelassen und nötigt dich immer weiter, jeden ihrer Schritte zu akzeptieren...!
Zuerst schreist du noch so laut, dass dich jeder hören muss. Dann merkst du, dass es niemand hört, ja, dich hört einfach niemand, verdammt! Dann wirst du ganz still, ein innerer Kampf beginnt. Und dann kommt da dieses sehr, sehr leise, sehr zarte Wimmern. Kindisch und überhaupt nicht beherrscht, dringt es aus deiner Kehle. Alle, die es nicht hören wollen, hören einfach vorbei. Manche realisieren es auch einfach nicht. Und dann sind da noch diese Menschen, die es ähnlich haben, sie bilden mit dir einen Jammerchor. Und dann triffst du „diese eine Person“, die dich hört, weil sie dich hören will, dich dennoch unbewusst für sich selbst ausnutzt, dir etwas Halt gewährt, Liebe dort gibt, wo sie fehlt – egal in welcher Form. Und dann enttäuscht dich diese Person einmal und alles ist zu spät. Da kommen diese Hochhäuser zu nahe auf dich zu... Du beginnst starr auf Punkte in deiner Umgebung zu blicken. Ob mit oder ohne Tränen, die deine Augen füllen. Anfangs Zweifel, dann Sicherheit „ich tue es!“, schließlich Angst. Und Auslöser für all diese ganzen Katastrophen und Tragödien: LIEBE. So wunderschön, aber falsch, trügerisch, verletzend. Liebe ist es, die den Stein ins Rollen bringt, Liebe ist der Abgrund, der sich geöffnet hat, diesen weiteren Stein zu empfangen. Liebe ist auch nicht viel besser als Hass. Es missfällt mir jedoch festzustellen, dass Liebe dem Hass gleichkommt, dass Liebe nichts weiter als Hass ist. Liebe ist gewiss nicht Hass. Liebe ist ähnlich wie Hass, genauso intensiv. Sie sind doch Geschwister, Liebe und Hass. Beide geboren, um den Menschen Leid zu bringen. Beide können sie den Menschen zerstören. Hass, der von anderen ausgeht und schließlich in Selbsthass gipfelt. Wir hassen uns selbst, wenn andere Personen uns hassen, die uns wichtig sind. Es ist nicht so, dass Selbsthass einfach so entsteht. Selbsthass ist das Gegenstück zu Egoismus, Selbstverliebtheit. Und jeder Mensch ist egoistisch. Wenn also neben dem Egoismus Selbsthass existieren würde, dann wäre jeder Mensch von einer inneren Unentschlossenheit gezeichnet. Die Frage nach dem Selbsthass ist also eigentlich eine Frage danach, warum uns andere Menschen hassen. Sie hassen uns, für das was wir tun, oder für das was wir verkörpern. Nun sind aber die Persönlichkeit, der Körper, der Geist und das Verhalten auf Selbstbewusstsein basierend. Warum werden Menschen mit Selbstbewusstsein gehasst? Liegt es am Neid? Zwischen Neid und Hass verläuft eine sehr dünne Linie. Wir hassen in anderen Menschen das, was wir selbst nicht verkörpern können. Oder aber „das, was in uns selbst sitzt. Das was nicht in uns sitzt, regt uns auch nicht auf.“(Hesse) Ja, vielleicht sind Hass und Liebe auch keine Geschwister, vielleicht sind sie Vater und Tochter. Die Liebe aus dem Hass geboren. Wer weiß. Wahrscheinlich ist alles eine Form der Selbstzerstörung. Der Zurückentwicklung. Werden wir mit Hass und Liebe im Herzen geboren? Oder werden sie erst durch Erziehung und Umwelt ausgeprägt?
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Gewalt nichts verkörpert, vor dem man mehr instinktiv zurückschreckt. Insgeheim stumpfen wir alle ab und werden zu gefühllosen Holzklötzen, die sich aus reiner Besitzgier bekriegen. Wunderbare Welt. Als wenn der Hass die Liebe umbringt, der Vater tötet seine Tochter und damit eine Zukunft, die anders werden könnte.

Letztendlich bringen wir uns alle selbst um. Wahrscheinlich ein ungeplanter, aber vorhersehbarer, gesellschaftlicher Suizid.
[...]

Sooo, zu dem oberen Teil muss ich ja jetzt eigentlich nichts mehr sagen, oder?

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War heute in Warnemünde unterwegs. Genauer gesagt Diedrichshagen, wo ich das Wesen besucht habe, das mich seit etwa 3 Jahren Tag und Nacht verfolgt und das ich seit 6 Monaten nicht mehr gesehen hab.. Mein heißgeliebtes Hottahü!

Jedenfalls ist mir auf dem Hinweg was seltsames passiert. Da ich immer, wenn ich nach Warnemünde fahre umsteigen muss (außer wenn ich die S-Bahn benutze), tat ich das wie immer. Und dann musste ich warten und neben mir stand eine Frau, etwa Mitte fünfzig bis Anfang 60. Die hat sich direkt neben mich gestellt, aber richtig aufdringlich, sagen wir mal der Abstand zwischen mir und ihr betrug weniger als 40 Zentimeter, also war sie sozusagen schon "in meine Privatsphäre eingedrungen", obwohl das überhaupt gar nicht nötig gewesen wäre, denn um uns herum satnden weniger als 20 weitere Personen, verteilt auf 10 Meter. Und das *Beste*: DIE hat mich dann auch noch die ganze Zeit ganz unverstohlen angestarrt! Aber richtig. Wahrscheinlich dachte sie, es wäre mir angenehm, war es aber nicht, und es ist mir ganz zufälliger Weise auch aufgefallen, dass sie das tat, was sie tat. Junge, diese alte dame ging mir auf die Nerven. Hätte nur noch gefehlt, dass sie sich neben mich in den Bus setzt (Was sie glücklicher Weise nicht tat). Manche Menschen sind schon unheimlich...

9.8.06 21:51


(Auszug II)

[...]
Ich hasse diese Tränen, so wie sie mir das Gesicht herab laufen und das nur aus Kummer. Einsamkeit! Liebe?! Was geschieht nur mit uns? Ich weiß nicht mehr, was ich dir bedeute, oder ob ich dir überhaupt etwas bedeute. Warum kommt es immer nur so weit? WARUM? Ja, wieso lasse ich Menschen, Personen, die mir so fantastisch erscheinen, an mich heran? Warum lasse ich euch nur so dicht an mich heran? So dass es jedes Mal von neuem schmerzt?! Jede alte Wunde wird aufs Neue aufgekratzt, aufgerissen – es ist mein eigener Fehler. Eine dieser Naivitäten, die immer wieder passieren. Und mit jedem Mal ein weiteres Stück vom bitteren, herben Kuchen herunter zu würgen, zu verdauen... Jedes Mal ein neuer Kampf gegen die Übelkeit...! Ich will das eigentlich alles doch gar nicht mehr! Aber doch, ich will es. Diese ganzen Paradoxien, die mich in die Enge treiben! Und dann das größte Unheil von allen: LIEBE! Tief ins Herz gebrannt, und immer wieder entfacht, auflodernd und mit diesem riesigen Funkenflug. Alle alten Schwüre sind aufs Neue vergessen, wenn ER vor dir steht. So unbekannt und faszinierend. Und dann schließlich: du sein, er dein... Dein Herz und dein Kopf tanzen wilden Tango bis zum Erbrechen. Und da, plötzlich der Abgrund: Tief, dunkel, harter Boden – es ist die Realität, dieser Abgrund, nur um dich wieder auf eigene Füße zu stellen. Als wäre es eine Probe: „Kannst du das eigentlich noch, so alleine? Geht das eigentlich noch, so mit der alten Einsamkeit?“ Und du willst aufspringen, schreien: „NEIN! Nie! Es geht nicht mehr! Ich will nicht mehr!...“ Obwohl du es all die Jahre – es waren drei – so prima ertragen hast –, ehrlich oder unehrlich – ganz egal, war ja deine Sache... Doch halt, jetzt ist auf einmal alles anders. Da gibt es jemanden, für den du alles tun würdest, getan hast, wieder aufzugeben bereit bist. Wo ist dieser Teufel, der sich in dein Herz geschlichen hat? Oh ja, dann merkst du auf einmal: „Ach ich kann nicht ohne dich!“ Doch diese plumpe Einsamkeit ist herangestolpert, ohne dass du sie wahrgenommen hast. Jetzt stehst du also da, mit leeren Händen, wartest, dass auf deine Hingabe eine ähnliche folgt, doch alles vergebens. Die Realität schreit von fern: „Du warst doch immer alleine!“ Und diesmal gibst du es sogar zu. Und mit der Einsamkeit hält die Trauer Einzug. Neben der Wirklichkeit steht sie ermahnend und nickt nur, während sie dich skeptisch anblickt. Da war doch noch was?! Richtig, die aufkeimende Wut. Du bist es leid, dich zu bemühen, sie zu unterdrücken. „Du kleiner, nichtsnutziger Philosoph...“ tadelt sie, „... alle deine Fragen, eigentlich basieren doch alle auf diesem überdimensionalen WARUM.“
So wandelst du auf dem Weg, der aus deinem Paradies führt. Ja, und du bist schon zu taub, zu umfangen von diesen lockenden und belehrenden Stimmen, die so weise klingen, als dass du deinen Liebsten hören könntest, wie er ruft: „Halt, bleib hier! Ich brauche dich doch, ich will dich doch, ich liebe dich!“ Du bist zu schwach um alles zu ertragen. Zusammenbrüche ereilen dich, dein Leben ist und bleibt ein Spiel. Die Verzweiflung, immer wieder wird sie dein ständiger Begleiter. „Alles ist doch so bedeutungslos, sinnlos...“ denkst du und sie nickt zustimmend. Doch es sind grade jene Gefühle, die dieses Spiel bitterernst machen. Es sind grade diese Gefühle, die dir wichtig erscheinen, egal wem sie nun gehören.
Eigentlich führst du dich immer wieder und öfter selbst auf diesen Weg, hinaus aus Eden. Dabei tummeln sich in deinem Kopf nur Widersprüche: Du brauchst es, obwohl du es gar nicht willst. Du brauchst irgendwie dieses Leid. Und die Angst wächst, dass es immer so bleiben wird.
Jeder deiner neuen Schätze, „deine“ Menschen... An jeden klammerst du dich, wie an einem Strohhalm Halt suchend, bestrebt, nicht abzudriften. Dumm nur, wenn du keinen Halt findest. Das ist der wahre Grund deiner gesamten Enttäuschung, und ich sage dir, mehr als diese empfindest du nicht, kannst du nicht mehr empfinden.
Das Leben ist wie ein großer Irrtum. Dein Leben ist zum Beispiel ein kleiner unbedeutender Schmetterling aus Sand, weil leicht zu verwehen, zu zerfallen und schnell wechselnd.
[...]

Ein weiterer Auszug aus der voherigen Story. Ich hab grad meinen sozialen Tag.

8.8.06 21:56


(Auszug)

[...]

Manchmal ist es schwer für mich, mit dem umzugehen, was du mir gestanden hast. Doch viel schlimmer als meine jetzige Gewissheit sind deine Fragen. Nein, ich weiß nicht, was ich fühle. Nein, ich weiß nicht was ich will. Der Zynismus, den du mir unterstellst ist nichts weiter als pure Ironie und ich kann dir sogar ohne zu zögern in dein Angesicht lügen. (Meinst du, dass du mich immer noch willst?) Zynismus.. Ah, nichts ist mir wichtiger, als Gefühle anderer Menschen. Du magst es mir vielleicht nicht glauben, aber das ist jetzt die Wahrheit. Auch wenn ich manchmal bewusst auf den Gefühlen von Menschen herumtrample, ich versuche es jedoch meist in einem Maße zu halten, was nicht verletzend ist. Ich teste wahrscheinlich auch meine Grenzen aus. Wie weit kann ich bei wem gehen. Mag sein, dass das nicht der richtige Weg ist, aber ich kenne keinen anderen. Es ist doch auch nichts weiter als Selbstschutz. Durch mein Verhalten will ich mich doch nur schützen. Nimm mir nicht übel, was ich dir angetan habe. Ich tat es nicht mit Absicht, ich will es nicht wieder tun. Aber das, was du mir offenbart hast, hat mir in etwa das Genick gebrochen Ich weiß nicht, wie ich mit dir umgehen soll. Ich will dir keine Hoffnungen machen, und ich will dir auch nicht meine Meinungen und Gefühle verheimlichen, oh nein, aber ich weiß nicht, was ich wie anstellen soll. Und ich weiß auch nicht, ob ich weiter so mit dieser Gewissheit leben kann. Du kannst mich nicht lieben. Du weißt nicht, wer ich bin, wie ich bin. Wie könntest du auch, ich weiß es selbst nicht. Es ist unmöglich, du redest es dir doch nur ein. Hör gefälligst auf damit, bevor du alles zerstört hast.
Warum versuche ich dir nur alles auszureden? Es wird so ja auch nicht besser, ich kann deine Gefühle genauso wenig ändern wie du selbst. Und warum solltest du dich für deine Gefühle entschuldigen, gar rechtfertigen, wenn es eigentlich völlig unnötig und nutzlos ist. Wahrscheinlich ist auch alles falsch, was ich sage, denn ich denke zu viel, und höre nicht auf meine Gefühle. Denn ich fühle viel, aber ich kann es nicht deuten. Ich habe es verlernt, auf meine Gefühle zu hören. Mir wird Kaltschnäuzigkeit und Zynismus unterstellt, dabei ist doch genau das Gegenteil der Fall. Ich will mich nur vor euch und euren Gefühlen schützen, ich will eure Gefühle kennen lernen, will euch zuhören, liebend gerne, aber ich will auch, dass mir zugehört wird. Ich will euch zuhören, wenn ihr es wollt, aber verlangt von mir nicht, dass ich eure Gefühle an mich heranlasse. Wenn ihr mich nach Rat fragt, dann gebe ich ihn euch genau einmal, ich will mich nicht in euer Leben einmischen, das ist eure Sache. Ihr müsst selbst entscheiden, was richtig ist. Ich kann euch nur erläutern, wie ich es machen würde und verlange nicht von euch, dass ihr es genauso tut. Ich zwinge euch zu nichts, ich dränge mich nicht auf… Aber ich erwarte so etwas wie eine Gegenleistung. Ich erwarte, dass ich das Gleiche von euch bekommen kann. Ist das denn zu viel verlangt? Ich will nicht nur jemand sein, zu dem man geht, wenn man Probleme hat, um dann, wenn sie gelöst sind, wieder abzutauchen…

Warum willst du meine Nähe? Was kann ich dir denn schon geben? Was kann ich dir geben, was dir niemand anderes geben kann? Ich habe nichts mehr, was ich geben könnte. Wir zwei gehören nicht zusammen, wir sind uns zu ähnlich, wir könnten Geschwister sein. Wir zwei sind zu labil um uns gegenseitig zu stützen, uns aufzufangen, wenn nötig. Was ich brauche ist Halt, und das was du mir nicht vermitteln kannst, das ist Halt. Warum hast du deine Augen vor dieser Tatsache verschlossen?

[...]

 Zur Feier des Tages (ich bin heute gut drauf) hier mal ein Auszug aus einem längeren Werk. An jenem sitze ich schon ewig und es hat - um ehrlich zu sein - am längsten gedauert über das zweite Kapitel zu kommen, aber jetzt läufts richtig gut. Mittlerweile schaffe ich es sogar an einem Tag 4 A4-Seiten in Schriftgröße 9 zu verfassen. Allein das ist schon ein großer Fortschritt für mich. *freu* Vielleicht wird vielen das Aufwerfen von den Fragen missfallen, aber mir soll's Recht sein, ich kann es schließlich nicht jedem Recht machen.

7.8.06 20:26





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