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Theater der Träume

Bewusstlosigkeit

Die Einsicht kommt so spät… Ich weiß doch genau, was du von alledem hältst. Doch bitte sag es mir nicht, ich könnte es nicht ertragen…

All das ist nun schon so lange her, und wenn ich dich heute in meinen Armen halte, erscheint mir alles so weit weg. Du hast mal gesagt, ich würde später über all das lachen, was ich damals getan und gesagt und gefühlt habe. Nun, das tue ich aber nicht.
Ich lache weder über das, was ich getan habe, denn ich tat es aus Instinkt, aus einem Bauchgefühl heraus, ohne dass ich auch nur einmal meinen Verstand benutzt habe. Und ich denke, dass dies richtig war. Etwas, das richtig war, grade weil ich nicht meinen Verstand benutzt habe.
Ich lache auch nicht über das, was ich gesagt oder gefühlt habe, denn ich habe alles ehrlich gemeint, ich habe dich nie belogen, ich habe fast immer gesagt, was ich gefühlt habe und ich denke, man sollte nie über Gefühle lachen…
Dass daraus so etwas Großes entstanden ist, haben weder du noch ich vorher sehen können. Es ist schön, das Gefühl zu haben, dass du immer da bist, ich fühle mich endlich nicht mehr seelisch allein gelassen.
Warum habe ich damals diesen großen Fehler begangen, und dir nicht alles gesagt, was ich für dich empfinde? Dass da außer seelischer Verbundenheit mehr ist, viel mehr, wahnsinnig viel mehr.
Ich war einfach zu feige, es dir zu sagen. Und genau daran denke ich, wenn wir uns wie gute Freunde begrüßen, zusammen trinken gehen. Und daran denke ich, wenn ich euch zusammen sehe, und wenn du deinen Kopf auf ihren Schoß legst. Und daran denke ich, wenn du dich an sie drückst, und wenn du sie küsst. Und daran werde ich ewig denken. Denn ich könnte jetzt genauso an ihrer Stelle sein, und das Einzige, was all dies verhindert hat, war eine gewaltige Lüge und meine elendige Feigheit.

Bitte, keine Worte mehr! Nur noch Stille, bis zum Ende...

5.1.07 20:35


Schakal

Streifend durch die tödliche Hitze einer kranken Seele – ein lebensmüder Schakal unter der roten Sonne meines Seelenabgrunds, der sich aufgetan hat, um ihn zu verschlingen. In der Ferne ein Flackern, ein unruhiger Lichtschein. Dort lodert das Feuer des Neides, das die letzten Stücke einer alten Liebe verbrennt. Ja, verbrenne sie, und lass sie niemals zurückkehren… Lichterloh brannte auch dein Haar, nachdem du zu mir gekommen warst. Ich hatte deinen Körper in Brand gesteckt, nachdem du mir gesagt hattest, dass du und er… Ja, ich weiß schon noch, was ich tue. Du sollst ihn nicht bekommen. Lichterloh brannten deine Haare, weißt du, wie du gestunken hast? Das hätte dein zartes Näschen kaum ausgehalten, wenn es noch im Stande gewesen wäre, die Luft… Wie schnell dein Haar abgebrannt war, bis auf die scharlachrote Kopfhaut, wo es nur noch in winzigen Klümpchen vorhanden war, wenn nicht sogar als Asche auf deiner Bluse. Und wie du geschrieen hast…! Und dann rieselte die Asche langsam in meinen Wüstensand, der erst sie und dann schließlich auch dich auffraß. Du warst so plötzlich verschwunden, wie du gekommen warst. Und nun gräbt dieser elendige Schakal nach dir, immer und immer weiter und er hört nicht auf, bis er endlich die letzten Stücke deines hässlichen Körpers freigelegt hat. Die Sandstürme machen ihm gar nichts aus, er gräbt unaufhörlich immer weiter nach dir. Kein Betteln, kein Locken bringt ihn von diesem Platz fort. Und dann kommt dein Körper wieder vollständig zum Vorschein. Doch anstatt dich mit Haut und Haaren zu verschlingen, riecht er an deinem Körper. Der Geruch widert ihn sichtlich an und er wendet sich langsam ab… Doch eine Nacht verbringt er noch neben deinem toten Körper, hält eine Totenwache und heult um dich, die halbe Nacht. Aber schon am nächsten Morgen ist er wieder fort. Dein Körper liegt immer noch da, im Wüstensand, und einige Aasgeier haben dir schon die Augen ausgehackt und deine süchtigen Lippen gefressen. Ich habe keine Lust mehr, dich weiter zu verstecken. Ich überlasse dich den aasgierigen Tieren, die ununterbrochen Löcher in dich schlagen, und ich überlege, ob ich dir die Leiden des Prometheus hätte schenken sollen, dem bei lebendigem Leib immer wieder die Leber abgefressen wurde…

Der Schakal schlägt sich tapfer durch die Hitze, er erreicht meine Tore. Doch all sein Winseln, all sein Flehen bringen ihn nicht weiter. Er sieht so mitleidserregend aus, wenn er nicht weiß, was er machen soll. Ich strecke meine Hand nach seiner mit Narben übersäten Haut aus, denn er hat kein Fell, und er beißt zu. Die Wunde ist nicht tief, aber schmerzhaft, jedoch erträglich. Ich ziehe die Hand nicht zurück, sie strebt nach dem gleichen Ziel wie zuvor. Und diesmal erreicht sie es auch, wenn auch von reichlichen Drohgebärden empfangen. Mein Blut läuft über die größte Narbe des Tieres und es ist auf einmal still, blickt fast zahm aus den wild glühenden Augen. Der Schakal wendet sich meiner frischen Wunde zu, leckt sie, heilt sie. Doch die Wunde, die er in mein Herz gerissen hat, mit dir zusammen, die wird er nicht heilen können. Die wird immer weiter bluten, still und unbemerkt. Und genauso still werde ich an ihr verenden, ohne dass er auch nur von ihr und ihrem Ausmaß weiß…

3.1.07 17:10


Point Blank

Sicher, es ist nicht leicht…
Warum lasse ich mir das Alles nur gefallen? Egal, wo man auch ist, wo man auch hinkommt… Überall vertrieben. Von der eigenen Sippschaft vertrieben. Vertrieben.

Verachtung und Vertreibung, die eigene Familie gegen mich selbst. Tränen? Welche Tränen denn? Es gibt keine Tränen mehr, die dieser Schande wert wären. Es gibt keine Tränen mehr. Keine Tränen für nichts. Alles ausgerottet. Alles tot. Alles tot in mir. Gefühle? Sag mir, was Gefühle sind. Ich denke, ich habe das fast schon vergessen. Ich spüre nichts mehr. Keinen Hass. Liebe sowieso nicht mehr. Liebe war etwas, was sich schon am Anfang meines Weges in der Unendlichkeit des Nutzlosen verlor. Andere Gefühle mögen wohl irgendwo dazwischen liegen… Ich weiß es nicht, ich kenne sie nicht mehr. Schon so lange atme ich in der Luft, die mir nicht mehr gegönnt, nicht mehr gelassen wird… Was soll ich also noch hier? Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel… Die Welt ist nur ein elendiges Spiel. Ein elendiges, ewiges Auf und Ab. Ein Hoffen, ein Beten, ein armseliger Gedanke. Ein Sterben, ein Verenden, Vollendung der Armseligkeit.

Wie edel doch früher dein Gesicht war... Jetzt bist du nicht mehr als ein Abbild. Ein Abbild deiner selbst, aber die Anderen merken es ja zum Glück nicht. Nur ich scheine es zu bemerken, wie hässlich du geworden bist. Deine Anmut ist verschwunden, sag, was hast du mit ihr gemacht? Dein Blick ist nur noch stumpf. Stumpf und leer. Sag, wem hast du deine Blicke geschenkt? Deine edle Seele, die stets aufrichtig, ehrlich und treu war… Du hast deine Seele auf der Strecke gelassen. Und schau mich jetzt gefälligst nicht so an, mit deinem stumpfen, leeren Blick, als wüsstest du nicht, wovon ich rede!
Du hässliches Ding, du Geschöpf… Was willst du nun noch von mir, mit deiner verkümmerten Seele? Ich verabscheue dich. Nein, ich hasse dich nicht, ich verabscheu dich. Mehr noch als mich selbst…

3.1.07 17:09


Regalia

Mein Herz ist durchsichtig geworden. Nur eine dünne Schicht überzieht den dunklen Klumpen, in mir. Wie Pergamentpapier ist sie fast durchsichtig und färbt die Adern, die wie wildes Gestrüpp mein Herz umschlingen und es erdrosseln, in ein seltsam milchiges Blau. Der große, unförmige Klumpen in mir. Die Schläge sind nicht mehr als ein Zucken, die Lähmung des Herzens ist schon so leicht zu erkennen… Diese dünne Schicht aus Pergament, sie ist doch nur ein winzig kleiner Schutz gegen diese große, beschissene Welt. Vielleicht ist es auch eine Hülle aus Eis? Doch mein Herz ist zu schwach, um sie von Innen heraus zu sprengen. Die Wärme meines Herzens kann das Eis nicht mehr zum Schmelzen bringen. Komm, nimm einen Hammer und zertrümmere die immer dicker werdende Eisschicht um mein Herz, damit sich die Eissplitter in mein Herz bohren können, oder willst du es langsam erfrieren sehen? Mein Herz ist nicht mehr als ein großer Klumpen aus Eiter.

Ich kenne dein Leid, ich habe es doch schon so oft gesehen. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich kann immer noch sehen, dass du weinst… Sag, wie kann ich dich trösten?

Ich habe mich eingeschlossen, tief in deinem Herzen. In deinem großen, dunklen Herzen. Ich mag dein großes, dunkles Herz, es ist so gut zu mir. Dein Herz ist überhaupt viel schöner als meines. Dein schönes Herz, es ist so schwer… Doch es schlägt so entschlossen… Es ist so schön, bei dir zu sein, in deinem Herzen. Es ist so schön dunkel, doch an einigen Stellen ist es so schwarz, leer und sehr kalt, dass ich Angst habe, ich könnte erfrieren.
Denn ein Teil deines Herzens ist schon tot…
Bitte, vertreibe mich nicht aus diesem Paradies, lass mich in deinem Herzen, für immer. Ich werde all die Narben in ihm und an ihm zählen, die tiefen, noch blutenden Wunden von dort aus betrachten. Ich werde dich nach ihrer Herkunft fragen. Und ich werde jede deiner Narben lieben, so wie ich dich liebe. Ich werde dein Herz schützen, damit es niemand mehr verletzen kann, deine große, feste, undurchdringbare Schutzhülle will ich unterstützen. Aber bitte lass mich hier, in deinem großen, dunklen, schwarzen, kalten Herz. Denn ich brauche es. Es zeigt mir jeden Tag, was es heißt zu begehren, unendlich zu begehren, so dass es fast schon schmerzt. Es ist ein angenehmer, ewiger Schmerz, diese Begierde… Ich will in deinem dunklen, schweren Herzen bleiben, bis du mich wieder hervorholst, in einsamen Stunden. Ich habe dir mein Vertrauen geschenkt, nie hast du es enttäuscht. Nie hast du mich enttäuscht. Du hast mir wehgetan, mehr als einmal, aber danach hast du mich immer wieder so angesehen wie vorher und das hat alles so erträglich gemacht für mich, dass ich für ewig bei dir weilen werde, wenn du das willst. Für ewig warte ich hier auf dich. In deiner Seele. In deinem dunklen, kalten Herz.

 

28.12.06 21:40


Kajal

Ich wasche dir endlich das Blut aus den Augenhöhlen. All diese blutigen Tränen, die dir die Wangen verklebten, nachdem dein Körper keine klaren Tränen mehr übrig hatte für all deine Schmerzen. Ich löse die Krusten, die dein Gesicht bedecken. Jemanden zu fragen, warum ausgerechnet du all das Leid… Doch wen sollte ich fragen? … Die Vergangenheit beschäftigt mich viel zu sehr. Ich konzentriere mich auf dich, auf dich und den Schmerz. Dunkle Wolken, die dich verfolgten. Sie brachten dir die Pest. Wenn du nicht kämpfst, hast du verloren. Wenn du es versuchst, kannst du verlieren. Wähle dein Schicksal selbstständig. Und laufe ins offene Messer… Ich kann dich nicht alleine lassen. Die Bindung zu dir ist viel zu stark. Du siehst seltsam aus, mit deinen starren Augen. Deine Verbitterung gibst du mir zu spüren. Du kannst sprechen, mit deinen Augen. Du sagst mir alles, was ich hören will. Du hältst mich wach, all die folgenden Nächte. Ich wache über dich, auch wenn du es nicht glaubst…
22.12.06 21:10


Singular Droid

Still schweigend schaut man zu. Ein Festmahl wie dieses nicht zu stören. Gehorsam löffeln sie alle die dicke, rote Blutsuppe und grinsen sich an. Mein Steinherz zerschellt auf ihrem Fußboden, auf ihren Tischen tanzt erneut ein Funkeln…

Ich sehe, wie du weinst. Ich kann dich nicht trösten, ich weiß nicht wie…

Dieser Körper, der nur ein Käfig für meine Seele ist. Sie einsperrt, bis sie langsam verblasst. Ich habe es endlich erkannt…

Sie erheben sich, stumm und schleppenden Schritts, doch keiner von ihnen wird jemals den Ausgang erreichen, zu dem alles strebt. Denn sie sind nicht gut… Sie sind einfach nicht gut genug, egal was sie auch anstellen, keiner von ihnen wird jemals diesen Raum verlassen. Den Raum des toten Tanzes, den Raum, in dem sich alle Wege kreuzen. Sie werden stets weiter ihre Suppe aus Herzblut löffeln. Ignorierend, was sie dir damit antun. Große, wulstige Fleischwunden ziehen sich schon über dein schwarzes, totes Herz. Seit einiger Zeit haben sie begonnen, die letzten Tropfen Blut aus ihm zu pressen. Tropfen für Tropfen fällt dein Leben in ihre Schalen…

Ich sehe, wie du weinst. Ich weiß nicht, wie ich dich trösten kann. Aber ich weiß, dass ich es will...

Ich rette dein sterbendes, vernarbtes Herz. Ich trage es. Dorthin, wo es nie wieder dieses Leid seiner vergangenen Jahre empfinden muss. Ich schütze dein vernarbtes, geliebtes Herz. Denn niemand soll je in die Versuchung geraten, es weiter zu missbrauchen. Ich sterbe mit deinem geliebten, blutenden Herz. Denn was du bist, bin ich…

22.12.06 21:09


Denn sie wissen nicht, was sie tun...

Du weißt nicht,
was du tust.
Du sollst leiden
weine mein Blut...
Lass dir dein Herz ausreißen,
lebe mit deiner offenen Brust
und einer gewissen Diagnose,
dem sicheren Tod.
Das Salz soll auf deiner Haut brennen,
Linien im Fleisch hinterlassen.
Die Lust lebt,
sich selbst zu erdrosseln...
Im Blut
trage mich zu Grab...

18.12.06 21:53


Phantomschmerz

Jedes Mal wenn ich dich ansehe, und dich nicht berühren kann. Jedes Mal, wenn sich die Nacht in meinen Kopf drängt und du nicht da bist…
In meiner Wohnung hängen alle Bilder von dir, und dann kommt es mir so vor, als wäre alles wie vorher… Du entfernst dich von mir, jede Sekunde ein Stückchen mehr, jede Sekunde um mehrere Kilometer… Willst du mich nicht mehr erkennen? Die Zeit, sie wäscht uns die Erinnerungen aus dem Kopf, doch du bleibst immer bei mir auf den Bildern. Ich spreche zu dir, immer und immer wieder, doch du antwortest mir nicht. Jede Nacht wache ich auf, dann sitze ich aufrecht vor dir und schaue zu, wie du schläfst. Jede Nacht entdecke ich deine Schönheit von Neuem, die Schönheit deines Schlafes… Es ist beruhigend, dich neben mir schlafen zu sehen. Du machst meine Gedanken endlich wieder klar... Die Liebe, die du mir versprochen hast, wo ist sie nun? Wo hat sie sich schlafen gelegt, wenn nicht bei dir, in deinem Kopf…? Liebst du mich auch nachts? Was hast du mit ihr gemacht, mit deiner Liebe?
Denn was sie war, das ist sie nicht mehr. Sie ist verschwunden. Du hast sie ausgelöscht. Getötet mit deiner Arroganz. Mehr, immer mehr Mittel um mich zu betäuben. Um mich ruhig zu stellen. Um mich deiner Liebe näher zu bringen… Und mit jeder bitteren runden Pille, die ich schlucke, komme ich ihr ein Stück näher. Jede Sekunde um mehrere Kilometer. Und ich werde sie dort suchen, wenn ich das Licht erreicht habe. Ich werde sie suchen, bis ich sie endlich gefunden habe. Und dann werde ich mich auf sie stürzen, und sie in mein Herz drücken, damit sie mich nie wieder alleine lassen kann.

17.12.06 20:19


Theater der Träume

Ich blute nun schon so lange, aus den tiefen Wunden, die du in mich gerissen hast. Tropfen für Tropfen genießt du mein Ausbluten… Das Klappern einer Gürtelschnalle, doch es ist zu weit entfernt… Das Leben als eine Art Schauspiel und die Bühne verschwimmt vor meinen Augen. Von Sekunde zu Sekunde. Und ich schleppe mich durch all die Zeit mit meinen Schmerzen. So wie du deinen Körper gegen den Zaun gepresst hast. Und deine Haut zerkratzt wurde. Zerfleischt. Stacheldraht. Schäumendes Blut. Tollwut. Gischt auf rostigem Metall. Was dort langsam zu Boden tropfte… Liebesschwöre. Geschrieben auf deinen nackten Rücken. Für die Ewigkeit. Als das Leben aus dir sprudelte. Entlanglaufend dein Gesicht. Deinen Rücken. Wie sich der Draht durch dein Fleisch kämpfte. Blut trocknete in deinen Haaren… Wenn ich dir damals den Kehlkopf gebrochen hätte. Wenn ich es damals hätte knacken hören. Doch alles was ich hörte, das war, wie sich der Draht durch dich kämpfte. Diese parallelen Linien auf deinem Rücken. Und deine Hände immer kälter. Und dein Haar immer feuchter. Und als die Farbe aus deinem Gesicht wich, da habe ich dir Buchstaben in deine Haut geschnitten. Dass du niemals mich vergisst. Dass du niemals meine Todesabscheu vor dir vergisst. Denn mich wirst du vergessen…

Und langsam liebkost eine Klinge das Fleisch. Ausgebluteter Körper. Rigor Mortis, gebrochene Arme. Und wenn man langsam das Paketband entfernt erklingen keine Schreie mehr… Stille.

Die Zeit kommt, um sich zu verbeugen… Willkommen im Theater der Träume.

14.12.06 21:25


Meine Augen sind blutig

Zittern. Knochensplitter auf meinem Körper. Tablettenklumpen im Magen. Die ganze Welt dreht sich nur noch um mich. Bleicher Liebesmund. Lass mich raten. Langsam und Sicher verliere ich den Grund. Durchbohre mein Herz, denn es ist dreckig. Die ganze Welt dreht sich nur… nur… nur noch um mich und mein Herzschlag verstummt. Betäubt senkt sich in das Leichentuch der kranke Tag. Tränenverschmierte, große, dunkle Augen. Verlorener Lebensmut, vergeblicher Tag. Langsam erbleichen meine Haare, langsam erbleicht mein Körper. Es weht im Wind zerfetztes Gewebe, durchtrennte Sehnen, verbranntes Haar. Die Sonne ertrinkt in der Dunkelheit, das Licht erstickt in einem Taschentuch. Ich trage den heutigen Tag zu Grab. Gefolgt von Licht. Ein Todestanz. Die Wolken prallen auf meinen Kopf, doch ich bemerke es kaum.
Schwarze Wolken verfolgten mich. Verbranntes Herz, das letzte Mal, dass sich der Tag erbricht. Todessehnsucht. Tablettenreste im Hals und auf der Zunge. Zugestopfte Luftröhre. Magen verklebt. Tod.

Sich langsam erhebend die dunkle Wonne, die das Feuer weiter schürt. Krematorium und Kremtorte. Die silberne Klinge blitzt verzückt, als sich elendig die Geliebte in sie stürzt. Lerne: Lieben vergeblich. Hungriger Rachen öffnet sich zu weit. Tief stürz herab die Klippe und geschlossen. Feuer, das dort brennt, alles zu Asche macht. Langsamer, langsamer. Hole mich herab! Löst Haut von Gewebe, Gewebe von Knochen. Alles freigelegt, endlich Ruhe. Lebensdrang erlischt endlich. Liebesmund endlich ewig verschlossen. Keine Lügen mehr. Verbranntes Honighaar stinkt. Trügerisches Bild. Glücklich, wer nicht zu lange wartet.
Die Jahre verblassen. Neue Leiden am Kommen. Bin alle Versuche leid. Ich sehe nichts. Meine Augen bluten schon so lang.

12.12.06 21:16


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