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04. Hass

Dann nimm deine Sachen und geh, geh endlich, sagst du. Aber mein Weg ist noch so weit Doch wenn ich jetzt schon aufgebe, bevor ich wirklich angefangen habe, dann werde ich es ja nie schaffen. Warum schaust du mich denn jetzt so an, frage ich. Ein zorniger Blick trifft mich endlich wieder. Und ich sage mir, wenn du jetzt nicht endlich gehst, dann gehst du nie.
Endlich krieche ich aus deiner Höhle, wickle mich aus deinem Lügennetz. Die Straßen sind überflutet von Sonnenlicht und rote und gelbe Strahlen treffen direkt meine Augen. Öffne sie, fleht eine Stimme in mir, öffne endlich deine Augen. Ich fühle mich wie ein Neugeborenes, auf dem Weg in ein unbekanntes Paradies. Endlich aus dem stinkenden, lärmenden Bauch der alten Mutter gerissen, taumelnd vor Wonne, geifernd nach Lust. Hinaus, hinaus. Und wir wandeln an den verdreckten Straßen entlang. Schau, dort hinten, da standen wir beide immer und haben die Leute beobachtet. Und da haben wir uns das erste Mal geküsst. Als wäre es gestern gewesen, dass ich von Innen an deinem Busen gesaugt habe. Sag, hast du es da vernommen? So ewig, wie wir uns bekannt waren, meinst du nicht, es ist an der Zeit loszulassen?
Und dort wirst du mit ihr stehen und sie umarmen, dort werdet ihr sitzen, du mit ihr auf dem Schoß. Dort wirst du sie küssen und dort werdet ihr

Hm, riechst du, wie das Fleisch in den Öfen verbrennt, frage ich dich. Und du schaust mich entgeistert an. Es ist so schön in der kalten Wintersonne.
Damals, als ich unterkühlt war. Das wird schon ein paar Jahre her sein, damals, da war ich noch so verrückt. Wir haben uns betrunken, und dann bin ich aufgesprungen, habe mir nach und nach die Klamotten vom Leib gezerrt und bin barfuss durch den tiefen Schnee gesprungen. Oh nein, lieber, dunkler Mann, ich komme nicht unter deine Flügel, habe ich gerufen. Ich war verrückt. Verrückt und unterkühlt. Du hast mich dann wieder irgendwie zur Vernunft gebracht. So muss alles angefangen haben. Oh, wie ich diesen Tag verfluche. Hätten wir uns bloß nie gesehen. Und jetzt wirst du dorthin mit ihr gehen und sie wird durch den Tiefschnee springen so wie ich damals. Und dann wird sie rufen, oh nein, lieber, dunkler Mann, ich komme nicht unter deine Flügel. Aber sie wird nicht verstehen, was es bedeutet. Es ist ein Zauberspruch. Es ist ein Spruch, um sie zu vertreiben. Und wenn sie ihn sagt, wenn sie so durch den Schnee hüpft, dann wird er erst recht kommen, seine Flügel über sie ausbreiten und sie mitnehmen, diese Libelle mit den grauen Flügelspitzen

28.1.07 21:29
 


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