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Schakal

Streifend durch die tödliche Hitze einer kranken Seele – ein lebensmüder Schakal unter der roten Sonne meines Seelenabgrunds, der sich aufgetan hat, um ihn zu verschlingen. In der Ferne ein Flackern, ein unruhiger Lichtschein. Dort lodert das Feuer des Neides, das die letzten Stücke einer alten Liebe verbrennt. Ja, verbrenne sie, und lass sie niemals zurückkehren… Lichterloh brannte auch dein Haar, nachdem du zu mir gekommen warst. Ich hatte deinen Körper in Brand gesteckt, nachdem du mir gesagt hattest, dass du und er… Ja, ich weiß schon noch, was ich tue. Du sollst ihn nicht bekommen. Lichterloh brannten deine Haare, weißt du, wie du gestunken hast? Das hätte dein zartes Näschen kaum ausgehalten, wenn es noch im Stande gewesen wäre, die Luft… Wie schnell dein Haar abgebrannt war, bis auf die scharlachrote Kopfhaut, wo es nur noch in winzigen Klümpchen vorhanden war, wenn nicht sogar als Asche auf deiner Bluse. Und wie du geschrieen hast…! Und dann rieselte die Asche langsam in meinen Wüstensand, der erst sie und dann schließlich auch dich auffraß. Du warst so plötzlich verschwunden, wie du gekommen warst. Und nun gräbt dieser elendige Schakal nach dir, immer und immer weiter und er hört nicht auf, bis er endlich die letzten Stücke deines hässlichen Körpers freigelegt hat. Die Sandstürme machen ihm gar nichts aus, er gräbt unaufhörlich immer weiter nach dir. Kein Betteln, kein Locken bringt ihn von diesem Platz fort. Und dann kommt dein Körper wieder vollständig zum Vorschein. Doch anstatt dich mit Haut und Haaren zu verschlingen, riecht er an deinem Körper. Der Geruch widert ihn sichtlich an und er wendet sich langsam ab… Doch eine Nacht verbringt er noch neben deinem toten Körper, hält eine Totenwache und heult um dich, die halbe Nacht. Aber schon am nächsten Morgen ist er wieder fort. Dein Körper liegt immer noch da, im Wüstensand, und einige Aasgeier haben dir schon die Augen ausgehackt und deine süchtigen Lippen gefressen. Ich habe keine Lust mehr, dich weiter zu verstecken. Ich überlasse dich den aasgierigen Tieren, die ununterbrochen Löcher in dich schlagen, und ich überlege, ob ich dir die Leiden des Prometheus hätte schenken sollen, dem bei lebendigem Leib immer wieder die Leber abgefressen wurde…

Der Schakal schlägt sich tapfer durch die Hitze, er erreicht meine Tore. Doch all sein Winseln, all sein Flehen bringen ihn nicht weiter. Er sieht so mitleidserregend aus, wenn er nicht weiß, was er machen soll. Ich strecke meine Hand nach seiner mit Narben übersäten Haut aus, denn er hat kein Fell, und er beißt zu. Die Wunde ist nicht tief, aber schmerzhaft, jedoch erträglich. Ich ziehe die Hand nicht zurück, sie strebt nach dem gleichen Ziel wie zuvor. Und diesmal erreicht sie es auch, wenn auch von reichlichen Drohgebärden empfangen. Mein Blut läuft über die größte Narbe des Tieres und es ist auf einmal still, blickt fast zahm aus den wild glühenden Augen. Der Schakal wendet sich meiner frischen Wunde zu, leckt sie, heilt sie. Doch die Wunde, die er in mein Herz gerissen hat, mit dir zusammen, die wird er nicht heilen können. Die wird immer weiter bluten, still und unbemerkt. Und genauso still werde ich an ihr verenden, ohne dass er auch nur von ihr und ihrem Ausmaß weiß…

3.1.07 17:10
 


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