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Der Versuch, etwas zu Ende zu bringen

Man hat es ja wirklich nicht leicht, wenn man schreibt. Man muss ständig auf der Suche sein, nach neuen Ideen zur Vervollständigung seines Werkes. Manchmal glaube ich, dass man gar nicht davon abschalten kann! John Irving meint, als Schriftsteller muss man zwei Sachen gut können. Man muss sich Details merken können, aber nie so darstellen wie sie waren, sondern verändern, mit seiner Fantasie spielen. Sozusagen ein Kern von Wahrheit, den man langsam mit Lügen umspinnt. Mit dem Lügen hat es bei mir auch früher schon gut geklappt. Meine Mutter hatte die Position des Moralapostels eingenommen und prägte mir etwa jeden zweiten Tag ein „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“. Was mich aber nicht davon abhielt, es trotzdem zu tun. Ich log meine Mitschüler an, als ich aufs Gymnasium wechselte, allein um im Mittelpunkt zustehen. Das war ein Spaß! Aber mit der Zeit wurde es lästig. Die Einzigen, die von alle dem wussten war meine Uroma und mein Opa (also ihr Schwiegersohn). Meine Oma sagte zu mir „Du solltest Schriftsteller werden“ und mein Opa fügte später hinzu „Oder in die Politik gehen“. Meine Uroma sollte Recht behalten. Meine Vorliebe fürs Schreiben ist kaum mehr übersehbar.

Wenn ich unterwegs mit der Straßenbahn bin,  beobachte ich Leute auf verschiedene Art und Weise. Leute, die mir auffallen, so wie total unauffällige Leute. Manchmal stelle ich mir vor, wie ihr Leben ist, ob sie Kinder haben, verheiratet sind, was sie bisher erlebt haben. Ich frage mich, was sie grade denken oder probiere sie in Gedanken, so gut wie möglich zu beschreiben. Die perfekte Übung fürs Schreiben. Manchmal gefallen mir Personen so gut, dass ich sie in meine Werke einfließen lasse, wenn es auch nur Charakterzüge sind die ich mir vorstelle, oder Dinge, die sie erlebt haben könnten. Neulich beispielsweise trat eine etwa 15jährige Russin in die Bahn, und ich dachte sofort „die sieht aus wie eine Nutte“ und plötzlich war meine damalige Schreibblockade beendet! Es ging in meinem Werk zwar nicht um Huren, aber ich wusste endlich, wie ich weitermachen konnte, ob mit oder ohne Huren ist doch egal.

Ich hab schon seit ich angefangen hatte zu schreiben immer ein Problem gehabt: Ab der 20. Seite wusste ich meist nicht mehr, wie es weitergehen sollte. Deshalb fanden sich bisweilen auch bis zu 20 verschiedene Anfänge in meinen „Archiven“... Und alle diese Anfänge sind in der Versenkung verschwunden. Da ich jetzt an meinem „opus maximum“ (wobei ich bei dem zwischenzeitlich auch schon mal die Hälfte gelöscht habe) arbeite finde ich kaum noch Zeit für andere „kurze Schreibarbeiten“. Ich schreibe die meisten meiner Gedichte nicht nach irgendwelchen Vorschriften oder nach einem Rhythmus. Ich schreibe es so, wie es in dem Moment mein Kopf haben möchte… Was ich eigentlich damit sagen möchte ist: Ich will jetzt verdammt noch mal wenigstens ein längeres Werk zu Ende bringen!

28.7.06 22:07
 


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