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Liebe vs. Freundschaft

Eigentlich wurde ich in meinem Leben genug verletzt um zu sagen, ich will alles nicht mehr. Und ich will sagen, so etwas wie Liebe existiert nicht. Aber vielleicht habe ich nie wirklich geliebt? Es gab viele Menschen in meinem Leben, denen ich wirklich alles gegeben habe und ich habe auch so manches mal akzeptiert, dass mir nichts gegeben wurde, aber dann folgte jedes Mal eine Enttäuschung. Manchmal dachte ich „beim nächsten Mal wird es anders“. Ich habe mir eingeredet, dass beim nächsten Mal alles anders wird. Wurde es aber nicht. Jedes Mal das gleiche Spiel und jedes Mal derselbe Verlierer: ICH! Diese Verletzungen, die ich mehr oder weniger stumm erduldet habe, haben mich dazu gebracht eine Schutzhülle um meine Seele aufzubauen, durch die ich niemanden hindurch lasse. Eine Mauer sozusagen. Ich wollte nicht, dass ich mehr verletzt werde, ich wollte keine Gefühle mehr zeigen, ich „mutierte“ und wurde sozusagen gefühllos meinen Mitmenschen gegenüber. Ich war lustlos, willenlos und hatte meine Lebensfreude endgültig über Bord geworfen. Das waren Momente, wo ich dachte, es wäre besser, an diesem Punkt Schluss zu machen mit meinem Leben. Was ich jedoch nicht tat, denn ich wollte ja immer wieder bewiesen haben, dass es wirklich so ist, weil ich es zu dem Zeitpunkt nicht verstehen konnte.

Doch mir passierte glücklicherweise nicht nur Schlechtes. (Das, was mir alles in meiner Vergangenheit an Schlechtem zugestoßen ist, kann ich nicht schreiben, weil ich das noch nicht verarbeitet habe) Ich fand vor etwa einem Jahr meinen besten Freund übers Internet. Es war Zufall und wahrscheinlich besteht das ganze Leben nur aus Zufällen. Doch bald waren wir nicht mehr „nur Freunde“. Ich spürte, dass da mehr war, ich hatte mich in ihn verliebt. Das dumme war nur: Zwischen uns liegen etwa 800 Kilometer, wenn nicht mehr. Insofern konnte ich ihm nicht böse sein, als er sich eine Freundin aus seiner Region suchte. Ich war nur sauer, dass ich das erst nach 2 oder 3 Wochen erfuhr. Ich dachte, das wäre wieder so ein Moment. Da hatte ich mich mal drauf eingelassen, mich geöffnet und dann passierte wieder so was! Aber ich merkte auch, dass da noch mehr war, als Liebe. So etwas wie Seelenverwandtschaft. Mittlerweile hält die Sache also schon etwa ein Jahr, und ich weiß nicht, ob es wirklich nur diese Seelenverwandtschaft ist, diese zwischenmenschliche Nähe. Vielleicht ist es mehr, vielleicht auch nicht. Wenn ich mich fallen lasse, aufhöre zu denken, dann sage ich unbewusst „Ich liebe dich“ zu ihm, obwohl ich gar nicht weiß, ob ich das wirklich tue. Ich habe Sehnsucht, und ich will das Gefühl von „Liebe“ nicht mit „Zuneigung“ verwechseln, da sich diese beiden Gefühle ja unglaublich nahe stehen. Ich sage „Ich liebe dich“, „Ich will dich“, „Ich will bei dir sein“ und seine Antwort ist stets „Ich weiß“. So ganz lieb, mit einem fast traurigen Schmunzeln im Gesicht und eigentlich warte ich doch nur auf den Moment, in dem er sagt „Ich dich auch“ oder „Ich auch“. Ich verlange zuviel. Ich kann einfach nicht erwarten, dass es ihm genauso geht wie mir, obwohl es augenscheinlich so ist. Er weiß genauso wenig wie ich, was er fühlt, wir sind beide verwirrt. Aber ich kann über meine Gefühle mit ihm reden, ich habe ihn durch meine Mauer gelassen, er steht mir von allen Menschen am nahesten, und doch… Was ist es? Ist es Liebe? Es kommt auf einen Versuch an, würden die meisten sagen. Nur haben wir bereits einen Versuch über diese lange Entfernung hinter uns, der letztendlich nur an dieser scheiterte. Wir möchten uns ja auch nicht verlieren, und wer weiß wie es ist, wenn es nicht klappt. Wir wissen nur eins: Wir möchten uns nicht mehr verlieren, denn wir haben in dem anderen gefunden, was wir unter den Menschen gesucht haben: Jemand, der uns versteht.

28.7.06 22:04
 


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