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07. In die Tiefe

Schau sie dir an, diese Libelle. Wie sie daliegt und sich nicht mehr bewegt... Daneben sitzt du. Immer noch, du sitzt da schon die ganze Zeit. Ich will das du mich ansiehst, genau jetzt, ja schau mich an. Ich brauche deine Aufmerksamkeit, um meine Gier zu stillen. Mir reicht der Tod der Libelle nicht aus, ich brauche noch deine Blicke, also schau mich gefälligst an! Du lässt mich hier stehen, im kalten, roten Schnee. Ich stehe neben der Libelle. Warum verlässt du mich denn so plötzlich, wo ich dir nichts getan habe? Wo ich nur der Libelle was getan habe, damit sie dich endlich in Ruhe lässt, damit sie uns endlich in Ruhe lässt. Ich will doch nur, dass sie uns nicht mehr stört. Ich will doch nur, dass unser Glück endlich ungestört ist. Ich will nur endlich wieder Ruhe. Die Ruhe, die uns schon so lange fehlt. Und ich will die Zeit, die wir nicht haben. Ich will die Zeit zurück, die vergangen ist. Die Zeit, die wir verloren haben, weil wir sie nutzlos haben verstreichen lassen.
Bitte gib mir diese Zeit für uns zurück...

1.2.07 20:00


08. Aufstieg aus der Hölle

Weißt du, was sie mir gesungen haben? Du bist mein Schutz, mein Ein, mein Alles. Du bist mein Schutz, und deswegen, nur deswegen bitte ich dich. Ich habe dich verletzt, bitte gib mir wieder deine Hand und führe mich zurück auf den Weg von dem ich abgewichen bin. Denn du bist mein Ein und Alles, denn du bist mein Schutz. Oh, wie ich dich verletzt habe. Verzeih mir und gib mir deine Hand. Gib mir deine Hand, sonst wird mich dieser elendige Schmerz noch Umbringen.
Ich beobachte den Himmel, so falsch und grau. Ich zerstöre ihn, ich zerstöre ihn, mit dem was er ist. Ich zerstöre ihn mit meinen Gefühlen. Meine Gefühle sind wie ein Messer in mir. Schaffe ich den Sprung über die Klinge?
Kannst du noch entscheiden was real ist? Ich möchte es dir erklären, aber ich kann mich nicht ausdrücken. Ich bin zwar egoistisch, aber ich weiß immer noch was du brauchst und ich werde es dir geben. Alles was du willst. Ich brauche dafür nur ein kleines Versprechen von dir.
Gib mir doch ein winziges Stückchen, lindere den Schmerz. Gib mir doch etwas.
Ich fühle dich, ich fühle die kalte, schneidende Luft. Ich fühle deine Angst.
Ich verspreche dir auch, mich zu ändern. Bitte, gib mir doch deine Hand, ich brauche deine Hilfe. Auch wenn ich dich damals verletzt habe, du bist meine letzte Hoffnung. Entzünde meine Seele von neuem, und bringe sie zum leuchten, zum Glühen, bis sie endlich verbrennt.
Schau mich an. Erinnere dich, das was du hier siehst, das ist meine wirkliche Seite. Machen wir uns nichts vor.
Weißt du, was sie mir gesungen haben?
Sie sagen, du wärst mein Schutz, mein Ein, mein Alles. Bitte, ich brauche dich. Du bist doch mein Schutz, mein Ein und Alles

2.2.07 17:11


09. Seelentief

Morgens muss ich alle Seiten noch mal aufschlagen, weil ich vergessen habe, was ich abends geschrieben hab.
Meine Hände schmecken nach Blut. Kannst du tiefer sinken? Ein Herz, schon halb zerfressen, voller Eifersucht, glaube mir, ich kenne jede deiner Lügen. Ich halte sie fest, Wort für Wort. Ich überleg mir, ob ich mitschreiben sollte, wenn du mir etwas erzählst. Jede deiner Lügen tut mir noch etwas mehr weh, jede deiner Lügen lässt mich noch ein weiteres Stück nach unten sinken, jede deiner Lügen stößt mich von dir ab. Jedes Wort einen Zentimeter. Möchtest du wissen, wie viele Wörter ich schon aufgeschrieben habe?
Manchmal zweifle ich an allem, was du mir erzählst, ich frage mich, ob nicht sogar alles Lügen sind. Ein kleines Spiel.
Ein kleines Spiel, wie damals, kannst du dich erinnern? Langsam kriechst du in mir hoch, du wildes Gestrüpp. Ich verzweifle an dir, schreist du. Ich verzweifle an mir, schreie ich. Die Welten trennen sich wieder voneinander und das Band ist gerissen.
Ewig denke ich daran. Ewig wird der Schmerz sein. Damals.
Und damals. Bitte nimm mir die Worte aus dem Mund, schlitze meine Brust auf und reiße mein Herz in tausend Stücke. Du hast es vorher doch auch so getan, weißt du noch?
Und damals. Schließe meine Augen und puste mir die Gedanken aus dem Kopf. Es war ein Kinderspiel, so wie damals, weißt du noch?
Und damals. Die Haare so wild, die Verwechslung tat mir so unendlich weh, diese schmerzhafte Verwechslung, kann dir nicht sagen wieso. Kann dir nicht sagen wieso es nicht aufhört, niemals aufhört, so wie damals, weißt du noch?
Und damals. Da gab es kein Gestern und Morgen, da gab es nur ein Heute. Keine Verzweiflung, keine Ängste, keine falschen Hoffnungen, keine Versprechen, die nicht gehalten wurden. Keine Anderen, keine tote Welt um uns herum. Keine Angst, keine Angst mehr, nie, weißt du noch?
Und damals. Alles nehme ich in meine Hände, alles tue ich, weil du es magst. Scherben und ich gehe auf ihnen, ich gehe immer weiter, weil ich sie nicht sehe, die Scherben. Ich trete sie mir in die Füße, weil du es magst. Du hältst mir die Augen zu, weißt du noch?
Und damals. Ich vertraue dir. Du bist so anders. Du gibst mir ein Gefühl von Beständigkeit. Du schenkst mir die Gabe, zu FÜHLEN, weißt du noch?
Und dann. Ein Moment, du bist nicht da. Alles verändert sich so schlagartig. Wir sind doch nur Kinder. Ich bin doch nur ein Kind. Ich habe nichts getan. Du kannst es nicht wissen.
Und dann. Ein Moment, du bist nicht da. Alles wiederholt sich. Es wird immer schlimmer. Ich kann es nicht mehr aushalten. Es ist alles in meinem Kopf und ich bekomme es da nicht mehr heraus. Du kannst es nicht wissen.
Und dann. Du glaubst mir nicht. Du siehst mich nicht mehr an. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll. Du gibst mir keinen Halt mehr. Warum hältst du mich nicht, wenn ich doch falle. Ich weiß doch, du kannst es genau sehen.
Und heute. Du stehst auf, und das Erste was du siehst ist sie. Und du fragst dich, wieso sie so strahlt.
Und du hast dich nie gefragt, warum ich nicht strahle.

 

4.2.07 20:33


10. Absturz

Langsam, langsam, sagst du. Ich weiß nicht was du meinst, sagst du.
Du weißt nämlich nie was ich meine. Wahrscheinlich ist es auch meine Schuld. Ich könnte es direkt aussprechen, aber ich tue es nicht. Denn ich weiß genau, dass du mich verstehst. Warum tust du so, als könntest du es nicht?
Schau mich nicht so an, sage ich. Diese Libelle, sage ich, wie lange hast du sie denn schon? Wie, sagst du, ich weiß nicht was du meinst. Diese Libelle, sage ich, woher kennst du sie? Du bist verrückt, sagst du. Ach so.
Ruhig, ruhig, sagt er, ich kann mir vorstellen, was du mir sagen willst. Ich kann es dir aber nicht sagen, sage ich. Ich weiß es schon, sagt er. Du darfst es aber nicht wissen, sage ich. Ich weiß es, und ich mache mir Sorgen um dich, ruhig, sagt er, du weißt, ich bin immer hier.
Warum, frage ich dich, warum brauchst du denn eine Libelle? Du sagst schon gar nichts mehr. Du schaust nur. Gut, ich will, dass du schaust. Bitte schau, schau nur weiter. Schau durch die Hülle, schau tief in mich hinein. Meine Haut ist so dünn geworden. Kannst du die Adern erkennen? Nein, du siehst nur das Herz, siehst nur ein schwarzes Herz. Schlägt es noch, fragst du mich. Was, frage ich. Schlägt es noch in dir, fragst du. Ich weiß nicht, antworte ich.
Stille, Stille. Stille. Es übermannt uns ein einsames Gefühl, tief in dieser Stille. Ein einsames Gefühl. Du kennst es, sage ich, du kennst es ganz genau. Ein einsames Gefühl. Denk nach, sage ich, denk mal drüber nach.

 

4.2.07 20:33


11. Suizid

Immer wenn ich bei dir bin. Immer wenn wir alleine sind. Du denkst doch an sie. Du gibst mir das Gefühl, sie ist anwesend. Und ich weiß, sie ist anwesend, immer ist sie anwesend. Mindestens in deinem Kopf.
Und ich gehe, endlich gehe ich wieder. Der Weg, solang er sein mag, ich gehe. Ich gehe ihn. Diesen Weg, den du mir vorgegeben hast, auf den du mich gelenkt hast. Ich gehe wieder, du gibst mir die Kraft dazu, auch wenn du es nicht glaubst.
Der Leberfleck, er ist immer noch dort, sagst du. Ach was, sage ich.
Und ich gehe.
Die Sonne, sie wird immer kälter, sagst du. Die Erde wird schön kalt, und die Libellen sterben, sage ich.
Und ich gehe.
Denkst du, ich habe dich vergessen, fragst du mich. Ich denke es nicht, ich weiß es, sage ich.
Hör auf damit, sagt er. Ich meine es ernst, sagt er. Das willst du gar nicht, sagt er, das kannst du gar nicht wollen. Seit wann denkst du das, frage ich ihn.
Schau mal, dort waren wir doch immer, sagst du so lieb. Und sie war immer dabei, sage ich. Du redest von Abschied nehmen, fragst du. Ich rede vom Ende, sage ich.
Weißt du, wie du mir damit wehtust, fragt er. Du reißt mir damit mein Herz aus meinem Körper, sagt er. Das ist mir auch passiert, und bald weißt du endlich, wie es sich angefühlt hat, sage ich. Ich weiß nicht, warum du das mit mir machst, weint er.
Ich suche mir einen Grund. Du gibst mir einen Grund. Er gibt mir einen Grund, sie gibt mir einen Grund. Es gibt mir einen Grund.
Ich springe meiner Freiheit in die ausgebreiteten Arme.

 

6.2.07 22:04


12. Aus dem Herzen

Jetzt kannst du mein Herz an dich nehmen. Zerteile es, in mundgerechte Stücke.
Ja, verteile es. Ab in die Welt damit. Nur weg von DIR. Ganz weit weg, von DIR und IHR. Und EUCH.
Letzter Abschied. Ein Ade

 

6.2.07 22:06





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