Startseite
    Chronik des Vergessens
    Gedanken
    Gedichte
    Tagträume
    Theater der Träume
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   Ein sehr guter Freund
   Meine beste Freundin, die jetzte in Bärlin wohnt

http://myblog.de/nightsofblood

Gratis bloggen bei
myblog.de





Der Tag stirbt

Die letzten Autotüren knallen, der Himmel ist unendlich schwarz. Ich beschwöre die Apokalypse, sie erbricht sich in diesen furchtbar schönen Tag. Ich schaue in die Mündung einer MG und denke, mein Leben erlischt in den nächsten 3 Stunden. Zu spät. Denn die Wolken oben am Himmel reißen auf, und die Sonne schickt eine giftige Strahlung, und verbrennt unsere Haut. Verkohlte Leiber überall entlang der Straße. Schwarze Narben, es riecht nach verkohltem Haar, deine Haut stinkt. Wir schlagen uns Nägel in die Fersen und in die Fußsohlen, damit sie uns nicht hören. Sie werden uns nicht hören können. Nie. Sie werfen mit Schatten nach uns. Schatten, die die Sonne in die Erde gebrannt hat. Schatten, die den Moment des Todes festhalten. Schatten, die in die Erde eingebrannt wurden. Schatten, die bestehen bleiben.
Wir fressen sie, wir pressen sie an unseren Körper um all die Toten ringsum in uns aufzunehmen. Wir fressen den Dreck, Haare, Haut. Und es frisst uns von innen heraus auf. Wir stürzen. Ich kann nicht mehr, denn mein Körper stirbt ebenso. Weg mit all den Toten, ich will sie nicht sehen.

12.12.06 21:15


Meine Augen sind blutig

Zittern. Knochensplitter auf meinem Körper. Tablettenklumpen im Magen. Die ganze Welt dreht sich nur noch um mich. Bleicher Liebesmund. Lass mich raten. Langsam und Sicher verliere ich den Grund. Durchbohre mein Herz, denn es ist dreckig. Die ganze Welt dreht sich nur… nur… nur noch um mich und mein Herzschlag verstummt. Betäubt senkt sich in das Leichentuch der kranke Tag. Tränenverschmierte, große, dunkle Augen. Verlorener Lebensmut, vergeblicher Tag. Langsam erbleichen meine Haare, langsam erbleicht mein Körper. Es weht im Wind zerfetztes Gewebe, durchtrennte Sehnen, verbranntes Haar. Die Sonne ertrinkt in der Dunkelheit, das Licht erstickt in einem Taschentuch. Ich trage den heutigen Tag zu Grab. Gefolgt von Licht. Ein Todestanz. Die Wolken prallen auf meinen Kopf, doch ich bemerke es kaum.
Schwarze Wolken verfolgten mich. Verbranntes Herz, das letzte Mal, dass sich der Tag erbricht. Todessehnsucht. Tablettenreste im Hals und auf der Zunge. Zugestopfte Luftröhre. Magen verklebt. Tod.

Sich langsam erhebend die dunkle Wonne, die das Feuer weiter schürt. Krematorium und Kremtorte. Die silberne Klinge blitzt verzückt, als sich elendig die Geliebte in sie stürzt. Lerne: Lieben vergeblich. Hungriger Rachen öffnet sich zu weit. Tief stürz herab die Klippe und geschlossen. Feuer, das dort brennt, alles zu Asche macht. Langsamer, langsamer. Hole mich herab! Löst Haut von Gewebe, Gewebe von Knochen. Alles freigelegt, endlich Ruhe. Lebensdrang erlischt endlich. Liebesmund endlich ewig verschlossen. Keine Lügen mehr. Verbranntes Honighaar stinkt. Trügerisches Bild. Glücklich, wer nicht zu lange wartet.
Die Jahre verblassen. Neue Leiden am Kommen. Bin alle Versuche leid. Ich sehe nichts. Meine Augen bluten schon so lang.

12.12.06 21:16


Theater der Träume

Ich blute nun schon so lange, aus den tiefen Wunden, die du in mich gerissen hast. Tropfen für Tropfen genießt du mein Ausbluten… Das Klappern einer Gürtelschnalle, doch es ist zu weit entfernt… Das Leben als eine Art Schauspiel und die Bühne verschwimmt vor meinen Augen. Von Sekunde zu Sekunde. Und ich schleppe mich durch all die Zeit mit meinen Schmerzen. So wie du deinen Körper gegen den Zaun gepresst hast. Und deine Haut zerkratzt wurde. Zerfleischt. Stacheldraht. Schäumendes Blut. Tollwut. Gischt auf rostigem Metall. Was dort langsam zu Boden tropfte… Liebesschwöre. Geschrieben auf deinen nackten Rücken. Für die Ewigkeit. Als das Leben aus dir sprudelte. Entlanglaufend dein Gesicht. Deinen Rücken. Wie sich der Draht durch dein Fleisch kämpfte. Blut trocknete in deinen Haaren… Wenn ich dir damals den Kehlkopf gebrochen hätte. Wenn ich es damals hätte knacken hören. Doch alles was ich hörte, das war, wie sich der Draht durch dich kämpfte. Diese parallelen Linien auf deinem Rücken. Und deine Hände immer kälter. Und dein Haar immer feuchter. Und als die Farbe aus deinem Gesicht wich, da habe ich dir Buchstaben in deine Haut geschnitten. Dass du niemals mich vergisst. Dass du niemals meine Todesabscheu vor dir vergisst. Denn mich wirst du vergessen…

Und langsam liebkost eine Klinge das Fleisch. Ausgebluteter Körper. Rigor Mortis, gebrochene Arme. Und wenn man langsam das Paketband entfernt erklingen keine Schreie mehr… Stille.

Die Zeit kommt, um sich zu verbeugen… Willkommen im Theater der Träume.

14.12.06 21:25


Phantomschmerz

Jedes Mal wenn ich dich ansehe, und dich nicht berühren kann. Jedes Mal, wenn sich die Nacht in meinen Kopf drängt und du nicht da bist…
In meiner Wohnung hängen alle Bilder von dir, und dann kommt es mir so vor, als wäre alles wie vorher… Du entfernst dich von mir, jede Sekunde ein Stückchen mehr, jede Sekunde um mehrere Kilometer… Willst du mich nicht mehr erkennen? Die Zeit, sie wäscht uns die Erinnerungen aus dem Kopf, doch du bleibst immer bei mir auf den Bildern. Ich spreche zu dir, immer und immer wieder, doch du antwortest mir nicht. Jede Nacht wache ich auf, dann sitze ich aufrecht vor dir und schaue zu, wie du schläfst. Jede Nacht entdecke ich deine Schönheit von Neuem, die Schönheit deines Schlafes… Es ist beruhigend, dich neben mir schlafen zu sehen. Du machst meine Gedanken endlich wieder klar... Die Liebe, die du mir versprochen hast, wo ist sie nun? Wo hat sie sich schlafen gelegt, wenn nicht bei dir, in deinem Kopf…? Liebst du mich auch nachts? Was hast du mit ihr gemacht, mit deiner Liebe?
Denn was sie war, das ist sie nicht mehr. Sie ist verschwunden. Du hast sie ausgelöscht. Getötet mit deiner Arroganz. Mehr, immer mehr Mittel um mich zu betäuben. Um mich ruhig zu stellen. Um mich deiner Liebe näher zu bringen… Und mit jeder bitteren runden Pille, die ich schlucke, komme ich ihr ein Stück näher. Jede Sekunde um mehrere Kilometer. Und ich werde sie dort suchen, wenn ich das Licht erreicht habe. Ich werde sie suchen, bis ich sie endlich gefunden habe. Und dann werde ich mich auf sie stürzen, und sie in mein Herz drücken, damit sie mich nie wieder alleine lassen kann.

17.12.06 20:19


Denn sie wissen nicht, was sie tun...

Du weißt nicht,
was du tust.
Du sollst leiden
weine mein Blut...
Lass dir dein Herz ausreißen,
lebe mit deiner offenen Brust
und einer gewissen Diagnose,
dem sicheren Tod.
Das Salz soll auf deiner Haut brennen,
Linien im Fleisch hinterlassen.
Die Lust lebt,
sich selbst zu erdrosseln...
Im Blut
trage mich zu Grab...

18.12.06 21:53


Singular Droid

Still schweigend schaut man zu. Ein Festmahl wie dieses nicht zu stören. Gehorsam löffeln sie alle die dicke, rote Blutsuppe und grinsen sich an. Mein Steinherz zerschellt auf ihrem Fußboden, auf ihren Tischen tanzt erneut ein Funkeln…

Ich sehe, wie du weinst. Ich kann dich nicht trösten, ich weiß nicht wie…

Dieser Körper, der nur ein Käfig für meine Seele ist. Sie einsperrt, bis sie langsam verblasst. Ich habe es endlich erkannt…

Sie erheben sich, stumm und schleppenden Schritts, doch keiner von ihnen wird jemals den Ausgang erreichen, zu dem alles strebt. Denn sie sind nicht gut… Sie sind einfach nicht gut genug, egal was sie auch anstellen, keiner von ihnen wird jemals diesen Raum verlassen. Den Raum des toten Tanzes, den Raum, in dem sich alle Wege kreuzen. Sie werden stets weiter ihre Suppe aus Herzblut löffeln. Ignorierend, was sie dir damit antun. Große, wulstige Fleischwunden ziehen sich schon über dein schwarzes, totes Herz. Seit einiger Zeit haben sie begonnen, die letzten Tropfen Blut aus ihm zu pressen. Tropfen für Tropfen fällt dein Leben in ihre Schalen…

Ich sehe, wie du weinst. Ich weiß nicht, wie ich dich trösten kann. Aber ich weiß, dass ich es will...

Ich rette dein sterbendes, vernarbtes Herz. Ich trage es. Dorthin, wo es nie wieder dieses Leid seiner vergangenen Jahre empfinden muss. Ich schütze dein vernarbtes, geliebtes Herz. Denn niemand soll je in die Versuchung geraten, es weiter zu missbrauchen. Ich sterbe mit deinem geliebten, blutenden Herz. Denn was du bist, bin ich…

22.12.06 21:09


Kajal

Ich wasche dir endlich das Blut aus den Augenhöhlen. All diese blutigen Tränen, die dir die Wangen verklebten, nachdem dein Körper keine klaren Tränen mehr übrig hatte für all deine Schmerzen. Ich löse die Krusten, die dein Gesicht bedecken. Jemanden zu fragen, warum ausgerechnet du all das Leid… Doch wen sollte ich fragen? … Die Vergangenheit beschäftigt mich viel zu sehr. Ich konzentriere mich auf dich, auf dich und den Schmerz. Dunkle Wolken, die dich verfolgten. Sie brachten dir die Pest. Wenn du nicht kämpfst, hast du verloren. Wenn du es versuchst, kannst du verlieren. Wähle dein Schicksal selbstständig. Und laufe ins offene Messer… Ich kann dich nicht alleine lassen. Die Bindung zu dir ist viel zu stark. Du siehst seltsam aus, mit deinen starren Augen. Deine Verbitterung gibst du mir zu spüren. Du kannst sprechen, mit deinen Augen. Du sagst mir alles, was ich hören will. Du hältst mich wach, all die folgenden Nächte. Ich wache über dich, auch wenn du es nicht glaubst…
22.12.06 21:10


Regalia

Mein Herz ist durchsichtig geworden. Nur eine dünne Schicht überzieht den dunklen Klumpen, in mir. Wie Pergamentpapier ist sie fast durchsichtig und färbt die Adern, die wie wildes Gestrüpp mein Herz umschlingen und es erdrosseln, in ein seltsam milchiges Blau. Der große, unförmige Klumpen in mir. Die Schläge sind nicht mehr als ein Zucken, die Lähmung des Herzens ist schon so leicht zu erkennen… Diese dünne Schicht aus Pergament, sie ist doch nur ein winzig kleiner Schutz gegen diese große, beschissene Welt. Vielleicht ist es auch eine Hülle aus Eis? Doch mein Herz ist zu schwach, um sie von Innen heraus zu sprengen. Die Wärme meines Herzens kann das Eis nicht mehr zum Schmelzen bringen. Komm, nimm einen Hammer und zertrümmere die immer dicker werdende Eisschicht um mein Herz, damit sich die Eissplitter in mein Herz bohren können, oder willst du es langsam erfrieren sehen? Mein Herz ist nicht mehr als ein großer Klumpen aus Eiter.

Ich kenne dein Leid, ich habe es doch schon so oft gesehen. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich kann immer noch sehen, dass du weinst… Sag, wie kann ich dich trösten?

Ich habe mich eingeschlossen, tief in deinem Herzen. In deinem großen, dunklen Herzen. Ich mag dein großes, dunkles Herz, es ist so gut zu mir. Dein Herz ist überhaupt viel schöner als meines. Dein schönes Herz, es ist so schwer… Doch es schlägt so entschlossen… Es ist so schön, bei dir zu sein, in deinem Herzen. Es ist so schön dunkel, doch an einigen Stellen ist es so schwarz, leer und sehr kalt, dass ich Angst habe, ich könnte erfrieren.
Denn ein Teil deines Herzens ist schon tot…
Bitte, vertreibe mich nicht aus diesem Paradies, lass mich in deinem Herzen, für immer. Ich werde all die Narben in ihm und an ihm zählen, die tiefen, noch blutenden Wunden von dort aus betrachten. Ich werde dich nach ihrer Herkunft fragen. Und ich werde jede deiner Narben lieben, so wie ich dich liebe. Ich werde dein Herz schützen, damit es niemand mehr verletzen kann, deine große, feste, undurchdringbare Schutzhülle will ich unterstützen. Aber bitte lass mich hier, in deinem großen, dunklen, schwarzen, kalten Herz. Denn ich brauche es. Es zeigt mir jeden Tag, was es heißt zu begehren, unendlich zu begehren, so dass es fast schon schmerzt. Es ist ein angenehmer, ewiger Schmerz, diese Begierde… Ich will in deinem dunklen, schweren Herzen bleiben, bis du mich wieder hervorholst, in einsamen Stunden. Ich habe dir mein Vertrauen geschenkt, nie hast du es enttäuscht. Nie hast du mich enttäuscht. Du hast mir wehgetan, mehr als einmal, aber danach hast du mich immer wieder so angesehen wie vorher und das hat alles so erträglich gemacht für mich, dass ich für ewig bei dir weilen werde, wenn du das willst. Für ewig warte ich hier auf dich. In deiner Seele. In deinem dunklen, kalten Herz.

 

28.12.06 21:40





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung