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Trägt die Sonne eigentlich Sonnebrillen?

Er kann ihre Haut noch in seinen Fingerspitzen fühlen, diese samtige, weiche Haut. Er sieht noch genau den goldenen Glanz ihres Haars, das sich so leicht über ihren Rücken ergoss wie Wasser, das sich jeder Form anpasst. Er kann sie noch riechen, ihre Haut hatte einen eigenen Geruch, sie duftete süß wie die Früchte des Sommers, und schwer wie Sandelholz. Der betörende Duft verführte zuerst seine Nase und dann ihn. Er sieht noch ihre Augen, diese glänzenden, grünen Smaragde, die alles spiegelten, was sie erblickten, die alles was sie sahen in sich aufsaugten, in sich aufnahmen und die so tief waren wie das Meer nur tief sein kann. Er denkt an ihre Lippen, die ihn nie enttäuschten, außer dieses eine Mal, die nicht ohne Sinnlichkeit ihm jeden Tag aufs Neue belogen, sie würden ihn niemals enttäuschen können. Er erinnert sich an diesen Blick des Neides, der ihn jedes Mal verfolgte, wenn er sich von ihr abwandte.
Sie war eine Spielerin, keine Frage, und sie liebte jegliche Aufmerksamkeit.
Er weiß noch genau, wie seine Blicke auf ihr tanzten, wenn sie sich doch erbarmte, ihm etwas zu geben. Er weiß, wie ihr Atem klang, tags und nachts, weiß, wie er ihn zu etwas anderem verwandeln konnte. Er erinnert sich an jedes Detail ihres Körpers. Er weiß, wie viele Leberflecke sich unter ihrer Kleidung verbargen, kennt jede Stelle noch haargenau. Er weiß, von dem Kleinen an der Innenseite ihres Oberarms, er kennt die drei oberhalb ihrer Brust, er kennt jeden Millimeter Haut an ihr. Er weiß, wie es aussah, wenn die Sehnen hervortraten, wenn sie ihren Kopf vor Wonne in den Nacken warf, weiß, wie er sich an sie schmiegen musste, damit sie ihm fast alles erfüllte.
Doch jetzt ist sie fort.
Der Wind streichelt ihn so zart, fast tröstend, wie sie es nie vermochte zu können. Dieser Wind berührt ihn beinahe tiefer, als sie es je tat, auch wenn er genau weiß, dass es niemals wieder jemand so tun kann. In der Weise, wie er um seinen Körper fährt, erinnert er ihn so schmerzhaft an sie. Sein Blick bleibt an etwas hängen. Ein goldenes Haar, das sich im rauen Stoff seiner dunklen Jacke verfangen hat. Er löst es und übergibt es dem Wind und der Sonne, und beide tragen es fort, als wäre es wie ein Kind, auf das beide so sehnsüchtig gewartet haben. Und mit diesem Haar geht der allerletzte Teil des Mädchens von ihm. Und er weiß, niemals wird sie zurückkehren.
Bon Voyage.

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Der Titel ist übrigens nach einer Frage in der Kurzgeschichte "Alltag eines Humoristen" von Ephraim Kishon entstanden. Sozusagen my tribute to Ephraim Kishon. 

10.10.06 21:22


Dich lieben

Erkennst du mich? Ich, die ich dir immer alles gegeben habe, was ich konnte? Erkennst du, wie ich für dich gelitten habe? Kannst du all die Qualen erkennen?
Nein, du kannst es nicht.
Immer und immer wieder habe ich mich dazu ermuntert, aufzustehen, die Bandagen zu nehmen, meine Fäuste zu umwickeln… Immer warst du derjenige, der mich dazu getrieben hat. Wie oft habe ich meine geballten Hände an diese Holzwände geschmettert, wie oft spürte ich doch das frische Holz unter meiner Kraft splittern! Wie oft habe ich mir die Holzsplitter aus meiner Haut gezogen, aus all den kleinen Wunden, die das Holz in mich schlug wie Nadelstiche so fein. Keine Ehre ohne Kampf, und mein unsichtbarer Feind… warst du. Für dich habe ich das alles getan, für dich bin ich so geworden, wie ich heute vor dir stehe. Kannst du dir vorstellen, wie lange es gedauert hat, bis ich mich gut genug fand? Gut genug für dich? Kannst du dir vorstellen, wie ewig ich gebraucht habe, bis ich endlich mein Ziel erreicht hatte, wie ich gekämpft habe um so zu sein wie du es wolltest? Aber es war auch stets ein Kampf in mir, ein Kampf den meine Vernunft verlor gegen meine Zuneigung. Auf Ewigkeit werde ich meinen äußeren Kampf weiterführen müssen, um so zu bleiben, wie ich glaube es nur richtig ist für dich. Doch alles in mir wird ruhen. Nahezu friedlich. Denn mit deiner Liebe habe ich doch alles bekommen, was ich haben wollte.

Es ist so schwer, dich nicht zu lieben, wo du doch immer präsent bist, tief in meinem Kopf. Wo du stets da bist, deinen Platz verteidigst gegen alles Andere, alles Neue. Du bist der, den ich will und für immer wirst du es sein. Und selbst wenn du dich von mir abwendest, immer wirst du es bleiben.

16.10.06 21:42





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