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Alte Freunde und cHAoS

Wenn ich mal genauer drüber nachdenke, habe ich mich eigentlich nie sehr umfangreich um Freundschaften gekümmert, sie gepflegt, was man damit auch immer meint. (Das mag vielleicht auch mit einigen Geschehnissen zusammenhängen, aber was soll’s.) Jedenfalls bin ich heute meiner ehemaligen Grundschulfreundin begegnet, die ich seit etwa 6 Jahre nicht mehr gesehen habe. Sie war sozusagen meine einzige Freundin. (Soweit ich mich erinnern kann, hab ich auch mehr männliche Freundschaften als weibliche.) Da merkt man erst, wie man sich von einander entfernt hat. Eigentlich habe ich früher immer gedacht, wir würden ewig befreundet bleiben; wir planten schon in der 4. Klasse unsere Kinder (zu denen es bei mir niemals kommen wird) zusammen in einen Kindergarten zu schicken… So kann man sich irren. Jedenfalls hatte sie (meiner Ansicht nach) nichts von ihrem früheren Verhalten verändert, sie war immer noch genauso albern wie früher, während ich mich als total verändert betrachte. (Ich hab schon komische Phasen durchgemacht, aber die nach der Grundschule waren ja eindeutig die, die am meisten prägten.) Was sie mir ja auch gleich auf die Nase gebunden hat. Ich hätte mich wirklich sehr verändert, was mein Verhalten betrifft (scheint mir noch relativ normal innerhalb von 6 Jahren, auch wenn man von gewissen Geschehnissen absieht). Außerdem hätte ich „so etwas Sehnsüchtiges“ an mir, das sei ihr „sofort aufgefallen“. Vor allem mein Blick, ich würde so traurig schauen, ob denn auch alles in Ordnung sei. Bei ihr sei immer noch alles in bester Ordnung… Und so weiter und so fort. Wir saßen also in einem Café und haben uns unserer Vergangenheit hingegeben und in Erinnerungen geschwelgt (Immer, wenn man alte Bekannte trifft, kommt es zwangsläufig zu der Floskel „Weißt du noch, damals?“. Dann fiel eine Bemerkung in Hinsicht auf meinen jetzigen Körperbau. Ich hätte mich zwar schon sehr verändert (alles verwachsen. :D), aber sie findet, es würde mir „stehen“ (Ich bin ja gar nicht zufrieden mit mir, und dann so was. Wie soll ich das nur deuten?) In Hinsicht auf ihren Körperbau… Naja, was hätte ich da sagen sollen? Sie sah aus, als wäre in ihrem Stadtteil die Hungersnot ausgebrochen. (Wahrscheinlich hätte sie zu mir gesagt, ich sehe aus, als würde man das Essen in meinem Stadtteil gratis verteilen.) Man fühlt sich jedenfalls nicht besonders toll neben einer Frau, die etwa 1,90 groß und so dünn ist, dass man bei ihr äußerlich kaum Spuren einer erwachenden Sexualität - geschweige denn Pubertät - feststellen kann. Vielleicht wird sie ja eins dieser Models („Hungerhaken“, die jeden Tag Wattebäusche in Orangensaft getunkt zu sich nehmen, um sie danach wieder auszukotzen.). Trotzdem konnten wir uns einigermaßen normal unterhalten. Schade jedoch, dass wir uns NUR über die Vergangenheit unterhalten konnten, denn unsere jetzigen Ansichten passten so gar nicht zu einander.

Ich sollte mal mein Zimmer aufräumen. Hier herrscht das totale Chaos. Nicht das ich etwas dagegen hätte, ich LIEBE Chaos. Wenn es nach mir ginge, kann es gar nicht genug Chaos geben. Aber ich hab das Gefühl, dass ich etwas an mir verändern muss und um mich darauf einzustellen werde ich mir erstmal mein Zimmer vornehmen. Das sollte ich sowieso schon vor Ewigkeiten gemacht haben. Aber ich konnte mich immer wieder darum drücken. Nun, schließlich kann ich mich auch nicht vor einer Veränderung meines Lebens drücken und deswegen werde ich jetzt ganz systematisch erstmal bei meinem Zimmer beginnen… (Ich sollte mein Zimmer mal rot streichen, ich glaube, das würde gut auf meinen seelischen Zustand wirken.)

3.8.06 20:55


Abend am Strand

Öffne meine Augen,
meine Hände finden deine.
Wo die Liebe hinfällt,
lass sie liegen.
Erwiderst du sie,
komm zu mir.
Halte mich zurück,
wenn ich dir zu aufbrausend bin.
Stoß mich zurück,
weil ich sonst die Besinnung verliere.
Dein Arm in meinem,
heile Welt.
Siehst du die Sonne,
wie sie sich sträubt,
im Meer zu ertrinken,
als wüsste sie nicht,
dass es morgen gibt?
Hier und jetzt,
sie lebt im Heute,
etwas was wir zu lange vergaßen.
Jeden Tag weiß sie,
es könnte ihr letzter sein.
Sie lebt unabhängig,
sie handelt frei.
Siehst du das Meer,
glitzernde Schaumkronen,
sanfte Wogen,
tobende Gischt?
Schau auf die Wellen.
Was glaubst du wäre,
wenn wir das wären,
du und ich?
Würden wir sorglos sein
oder in Angst
vor dem unbekannten Ende?
Werf’ einen Blick auf unser Feuer,
knackendes Holz,
gierige Flammen
verschlingen die Scheite
als wären sie nichts.
Die bleibende Asche,
kaum zu glauben,
was es mal gewesen ist.
Was wäre, wären wir diese Scheite
im lodernden Feuer unserer Liebe?
Würdest du glauben,
wir blieben immer zusammen
oder würdest du flehen
„vergiss mich nicht“?
Und dieser Wind,
was glaubst du würde passieren,
wenn wir seine Gefährten wären?
Unser Atem
würde schütteln die Bäume,
unser Hauch
sie zum zittern zwingen.
Was glaubst du passiert am Ende,
wenn nichts mehr geht?
Glaubst du wir werden
Teil von ihnen?
Glaubst du
wir wären unbeschwert?
Wohin du auch schaust,
kannst du dir vorstellen,
dass es dies bald nicht mehr gibt
für uns zwei?
Schade,
dass alles vergänglich ist.

5.8.06 17:53


Nähe

Dein Mitgefühl in Ehren..
doch es ist zu destruktiv.
Und dein Herzschlag zu laut,
und dein Atem zu leise.
Was du dir anmaßt
ist diese verdammte Nähe,
die mich umbringt und erdrückt.

Das Herz zu schnell geöffnet,
weil Schönheit es sah...
Doch Schönheit trügt
und nimmt mehr als sie gibt.
Die Schönheit der Seele
bleibt unerkannt
und verendet jämmerlich.

Doch ewig geeint
bleiben die Herzen,
die Kummer geteilt
und ständig gelitten.
Was zusammenführte trennt
und was einte scheidet.
Übrig bleibt nicht mal ein Rest.

Im Schatten deines Herzschlages
ein Loch zu graben,
groß genug für uns zwei.
Dort werden wir
lebendig begraben,
ersticken und bleiben
auf ewig vereint.

So unwirklich es scheint,
dies ist unser Ende.
Tränen bleiben ungeweint,
der Wind wäscht unsre Lider.
Und unser Blut wird getrunken
unter ungläubigen Blicken
und die Menge stürzt.

Und doch war es Liebe
aber auch Hass
es war zu viel Nähe
um klar zu denken,
um zu sehen,
was Wirklichkeit war...

6.8.06 21:32


(Auszug)

[...]

Manchmal ist es schwer für mich, mit dem umzugehen, was du mir gestanden hast. Doch viel schlimmer als meine jetzige Gewissheit sind deine Fragen. Nein, ich weiß nicht, was ich fühle. Nein, ich weiß nicht was ich will. Der Zynismus, den du mir unterstellst ist nichts weiter als pure Ironie und ich kann dir sogar ohne zu zögern in dein Angesicht lügen. (Meinst du, dass du mich immer noch willst?) Zynismus.. Ah, nichts ist mir wichtiger, als Gefühle anderer Menschen. Du magst es mir vielleicht nicht glauben, aber das ist jetzt die Wahrheit. Auch wenn ich manchmal bewusst auf den Gefühlen von Menschen herumtrample, ich versuche es jedoch meist in einem Maße zu halten, was nicht verletzend ist. Ich teste wahrscheinlich auch meine Grenzen aus. Wie weit kann ich bei wem gehen. Mag sein, dass das nicht der richtige Weg ist, aber ich kenne keinen anderen. Es ist doch auch nichts weiter als Selbstschutz. Durch mein Verhalten will ich mich doch nur schützen. Nimm mir nicht übel, was ich dir angetan habe. Ich tat es nicht mit Absicht, ich will es nicht wieder tun. Aber das, was du mir offenbart hast, hat mir in etwa das Genick gebrochen Ich weiß nicht, wie ich mit dir umgehen soll. Ich will dir keine Hoffnungen machen, und ich will dir auch nicht meine Meinungen und Gefühle verheimlichen, oh nein, aber ich weiß nicht, was ich wie anstellen soll. Und ich weiß auch nicht, ob ich weiter so mit dieser Gewissheit leben kann. Du kannst mich nicht lieben. Du weißt nicht, wer ich bin, wie ich bin. Wie könntest du auch, ich weiß es selbst nicht. Es ist unmöglich, du redest es dir doch nur ein. Hör gefälligst auf damit, bevor du alles zerstört hast.
Warum versuche ich dir nur alles auszureden? Es wird so ja auch nicht besser, ich kann deine Gefühle genauso wenig ändern wie du selbst. Und warum solltest du dich für deine Gefühle entschuldigen, gar rechtfertigen, wenn es eigentlich völlig unnötig und nutzlos ist. Wahrscheinlich ist auch alles falsch, was ich sage, denn ich denke zu viel, und höre nicht auf meine Gefühle. Denn ich fühle viel, aber ich kann es nicht deuten. Ich habe es verlernt, auf meine Gefühle zu hören. Mir wird Kaltschnäuzigkeit und Zynismus unterstellt, dabei ist doch genau das Gegenteil der Fall. Ich will mich nur vor euch und euren Gefühlen schützen, ich will eure Gefühle kennen lernen, will euch zuhören, liebend gerne, aber ich will auch, dass mir zugehört wird. Ich will euch zuhören, wenn ihr es wollt, aber verlangt von mir nicht, dass ich eure Gefühle an mich heranlasse. Wenn ihr mich nach Rat fragt, dann gebe ich ihn euch genau einmal, ich will mich nicht in euer Leben einmischen, das ist eure Sache. Ihr müsst selbst entscheiden, was richtig ist. Ich kann euch nur erläutern, wie ich es machen würde und verlange nicht von euch, dass ihr es genauso tut. Ich zwinge euch zu nichts, ich dränge mich nicht auf… Aber ich erwarte so etwas wie eine Gegenleistung. Ich erwarte, dass ich das Gleiche von euch bekommen kann. Ist das denn zu viel verlangt? Ich will nicht nur jemand sein, zu dem man geht, wenn man Probleme hat, um dann, wenn sie gelöst sind, wieder abzutauchen…

Warum willst du meine Nähe? Was kann ich dir denn schon geben? Was kann ich dir geben, was dir niemand anderes geben kann? Ich habe nichts mehr, was ich geben könnte. Wir zwei gehören nicht zusammen, wir sind uns zu ähnlich, wir könnten Geschwister sein. Wir zwei sind zu labil um uns gegenseitig zu stützen, uns aufzufangen, wenn nötig. Was ich brauche ist Halt, und das was du mir nicht vermitteln kannst, das ist Halt. Warum hast du deine Augen vor dieser Tatsache verschlossen?

[...]

 Zur Feier des Tages (ich bin heute gut drauf) hier mal ein Auszug aus einem längeren Werk. An jenem sitze ich schon ewig und es hat - um ehrlich zu sein - am längsten gedauert über das zweite Kapitel zu kommen, aber jetzt läufts richtig gut. Mittlerweile schaffe ich es sogar an einem Tag 4 A4-Seiten in Schriftgröße 9 zu verfassen. Allein das ist schon ein großer Fortschritt für mich. *freu* Vielleicht wird vielen das Aufwerfen von den Fragen missfallen, aber mir soll's Recht sein, ich kann es schließlich nicht jedem Recht machen.

7.8.06 20:26


(Auszug II)

[...]
Ich hasse diese Tränen, so wie sie mir das Gesicht herab laufen und das nur aus Kummer. Einsamkeit! Liebe?! Was geschieht nur mit uns? Ich weiß nicht mehr, was ich dir bedeute, oder ob ich dir überhaupt etwas bedeute. Warum kommt es immer nur so weit? WARUM? Ja, wieso lasse ich Menschen, Personen, die mir so fantastisch erscheinen, an mich heran? Warum lasse ich euch nur so dicht an mich heran? So dass es jedes Mal von neuem schmerzt?! Jede alte Wunde wird aufs Neue aufgekratzt, aufgerissen – es ist mein eigener Fehler. Eine dieser Naivitäten, die immer wieder passieren. Und mit jedem Mal ein weiteres Stück vom bitteren, herben Kuchen herunter zu würgen, zu verdauen... Jedes Mal ein neuer Kampf gegen die Übelkeit...! Ich will das eigentlich alles doch gar nicht mehr! Aber doch, ich will es. Diese ganzen Paradoxien, die mich in die Enge treiben! Und dann das größte Unheil von allen: LIEBE! Tief ins Herz gebrannt, und immer wieder entfacht, auflodernd und mit diesem riesigen Funkenflug. Alle alten Schwüre sind aufs Neue vergessen, wenn ER vor dir steht. So unbekannt und faszinierend. Und dann schließlich: du sein, er dein... Dein Herz und dein Kopf tanzen wilden Tango bis zum Erbrechen. Und da, plötzlich der Abgrund: Tief, dunkel, harter Boden – es ist die Realität, dieser Abgrund, nur um dich wieder auf eigene Füße zu stellen. Als wäre es eine Probe: „Kannst du das eigentlich noch, so alleine? Geht das eigentlich noch, so mit der alten Einsamkeit?“ Und du willst aufspringen, schreien: „NEIN! Nie! Es geht nicht mehr! Ich will nicht mehr!...“ Obwohl du es all die Jahre – es waren drei – so prima ertragen hast –, ehrlich oder unehrlich – ganz egal, war ja deine Sache... Doch halt, jetzt ist auf einmal alles anders. Da gibt es jemanden, für den du alles tun würdest, getan hast, wieder aufzugeben bereit bist. Wo ist dieser Teufel, der sich in dein Herz geschlichen hat? Oh ja, dann merkst du auf einmal: „Ach ich kann nicht ohne dich!“ Doch diese plumpe Einsamkeit ist herangestolpert, ohne dass du sie wahrgenommen hast. Jetzt stehst du also da, mit leeren Händen, wartest, dass auf deine Hingabe eine ähnliche folgt, doch alles vergebens. Die Realität schreit von fern: „Du warst doch immer alleine!“ Und diesmal gibst du es sogar zu. Und mit der Einsamkeit hält die Trauer Einzug. Neben der Wirklichkeit steht sie ermahnend und nickt nur, während sie dich skeptisch anblickt. Da war doch noch was?! Richtig, die aufkeimende Wut. Du bist es leid, dich zu bemühen, sie zu unterdrücken. „Du kleiner, nichtsnutziger Philosoph...“ tadelt sie, „... alle deine Fragen, eigentlich basieren doch alle auf diesem überdimensionalen WARUM.“
So wandelst du auf dem Weg, der aus deinem Paradies führt. Ja, und du bist schon zu taub, zu umfangen von diesen lockenden und belehrenden Stimmen, die so weise klingen, als dass du deinen Liebsten hören könntest, wie er ruft: „Halt, bleib hier! Ich brauche dich doch, ich will dich doch, ich liebe dich!“ Du bist zu schwach um alles zu ertragen. Zusammenbrüche ereilen dich, dein Leben ist und bleibt ein Spiel. Die Verzweiflung, immer wieder wird sie dein ständiger Begleiter. „Alles ist doch so bedeutungslos, sinnlos...“ denkst du und sie nickt zustimmend. Doch es sind grade jene Gefühle, die dieses Spiel bitterernst machen. Es sind grade diese Gefühle, die dir wichtig erscheinen, egal wem sie nun gehören.
Eigentlich führst du dich immer wieder und öfter selbst auf diesen Weg, hinaus aus Eden. Dabei tummeln sich in deinem Kopf nur Widersprüche: Du brauchst es, obwohl du es gar nicht willst. Du brauchst irgendwie dieses Leid. Und die Angst wächst, dass es immer so bleiben wird.
Jeder deiner neuen Schätze, „deine“ Menschen... An jeden klammerst du dich, wie an einem Strohhalm Halt suchend, bestrebt, nicht abzudriften. Dumm nur, wenn du keinen Halt findest. Das ist der wahre Grund deiner gesamten Enttäuschung, und ich sage dir, mehr als diese empfindest du nicht, kannst du nicht mehr empfinden.
Das Leben ist wie ein großer Irrtum. Dein Leben ist zum Beispiel ein kleiner unbedeutender Schmetterling aus Sand, weil leicht zu verwehen, zu zerfallen und schnell wechselnd.
[...]

Ein weiterer Auszug aus der voherigen Story. Ich hab grad meinen sozialen Tag.

8.8.06 21:56


(Auszug III)

[...]
Deine Meinung, deine Liebe zu verteilen, auf vier oder fünf Personen... Du merkst nicht, was du jedem Einzelnen antust. Noel, der dich viel zu sehr an sich gefesselt hat, den du um keinen Preis verlieren willst, aber den du loslassen möchtest, obwohl du dir in deinem tiefsten Inneren bewusst bist, dass du ihn noch begehrst. R, den du abgöttisch liebst, der nur ein falsches Wort zu sagen braucht, um dich in Trauerabgründe zu befördern, den du nie verlassen willst. Lex, der es sich in den Schädel gesetzt hat, um dich zu kämpfen, und der meint, du hättest wahres Interesse, obwohl du ihn nur nicht fallen lässt, um ihn nicht zu verletzen. Gleiches gilt für O., den du zwar magst, aber nicht weißt wie sehr, den du einfach nicht zu lieben hast, weil er nicht zu dir gehört – und das ist der Reiz. Und K., als Beispiel um zu demonstrieren, wie weit deine Eifersucht reicht. Eigentlich hast du um alle deine Arme geschlossen und willst so richtig keinen mehr loslassen...! Sie gehören doch schließlich alle dir, sind dir verfallen. Bei jedem kannst du ein anderes „ICH“ ausleben, eines deiner tausend Gesichter zeigen, andere Sehnsüchte ausleben, in eine andere Rolle springen... Kein Wunder, dass du immer noch auf der Suche nach dir selbst bist! Du bist so falsch und intrigant, man sollte dich nicht nur büßen lassen, sondern dir alles nehmen!
Der Wille zur Wahrheit, er ist ja da. Dir fehlt nur die Kraft um durchzuhalten. Vielleicht wäre es das Einzige, was du jemals durchhalten würdest, auch wenn es am Ende dazu führt, dass du zerbrichst. Durch deine eigene Stärke und Macht zu Fall gebracht. Du bist eben ein labiles Wesen. Denk doch nach, dieses Leben kann nicht so weitergehen! Mit deiner Passion, alle dem... Du weißt, was ich meine! Hör auf dich zu fragen, wohin du gehörst. Anzunehmen, es würde da etwas in dieser Richtung existieren...! Ich sage dir, das Einzige, was existiert ist Einsamkeit und Trauer. Das ist das Einzige, was „wirklich real“ ist. Einsamkeit, Trauer und ihr Gefolge, mehr gibt es nicht. Der Rest ist Fantasie, Einbildung, Wunschvorstellung... Illusion! Du suchst doch eigentlich nur einen Platz, an den du vor dieser Einsamkeit flüchten kannst... Wo wäre es passender, als in den Armen eines so genannten „Geliebten“ – in welcher Weise das auch immer geschehen mag. Die Flucht in die Arme einer gewünschten Welt, eines „perfekten“ Lebens. Wenn ein Traum zu Schaum wird, dann hast du den nächsten gleich bereit, in den du dich mit all deinem Schmerz und Leid stürzen kannst – also kann ich dich auch irgendwie verstehen, du wechselhaftes Wesen. Deine Probleme sind mir alle nicht neu, auch wenn du dir vormachst, du wärst die Einzige, die so empfindet. Leid zeichnet uns doch alle wohl oder übel irgendwann. Mehr oder weniger. Die unterschiedlichen Ausführungen sind doch schließlich der Grund, warum wir alle so verschieden sind. Und du bist einzigartig – so wie du immer und immer wieder im gleichen Dreck kriechst, den Schlamm aufsaugst und frisst und die Verdorbenheit und Fäulnis in dich drückst. Dein Phänomen ist dieses ständige Leid. Das Wimmern, Flehen. Aber du bettelst nicht. Du deutest an und forderst nicht. Wie bringst du es nur zu Stande, diese Männer in deinen Bann zu ziehen? Das einzig Witzige ist dabei, wenn du dann WIRKLICH Noel brauchst, nur um zu REDEN, dann ist er plötzlich nicht da. Bei allen kleinen Dingen, Problemen – da war er da, hielt dir die Hand, leckte dein Gesicht und küsste die Wege deiner Tränen, nachdem er sich durch all deine neuen und alten Wunden gewühlt hatte. Doch wenn nun die größte Katastrophe ins Haus steht... WIESO? Wieso ist er jetzt nicht da, wo du ihn brauchst? Deine Welt, dein Gesamtkunstwerk von fünf wackligen Kartenhäusern stürzt auf der Stelle ein... Und du siehst nur noch diesen Wirbel, diesen Kreis, dieses Drehen, kurz bevor du aufschlägst auf diesen verdammt harten Boden. Abgrundtiefe Trauer hüllt dich in ihren Schleier aus Samt und die Einsamkeit hat also immer noch nicht ihre Finger von dir gelassen und nötigt dich immer weiter, jeden ihrer Schritte zu akzeptieren...!
Zuerst schreist du noch so laut, dass dich jeder hören muss. Dann merkst du, dass es niemand hört, ja, dich hört einfach niemand, verdammt! Dann wirst du ganz still, ein innerer Kampf beginnt. Und dann kommt da dieses sehr, sehr leise, sehr zarte Wimmern. Kindisch und überhaupt nicht beherrscht, dringt es aus deiner Kehle. Alle, die es nicht hören wollen, hören einfach vorbei. Manche realisieren es auch einfach nicht. Und dann sind da noch diese Menschen, die es ähnlich haben, sie bilden mit dir einen Jammerchor. Und dann triffst du „diese eine Person“, die dich hört, weil sie dich hören will, dich dennoch unbewusst für sich selbst ausnutzt, dir etwas Halt gewährt, Liebe dort gibt, wo sie fehlt – egal in welcher Form. Und dann enttäuscht dich diese Person einmal und alles ist zu spät. Da kommen diese Hochhäuser zu nahe auf dich zu... Du beginnst starr auf Punkte in deiner Umgebung zu blicken. Ob mit oder ohne Tränen, die deine Augen füllen. Anfangs Zweifel, dann Sicherheit „ich tue es!“, schließlich Angst. Und Auslöser für all diese ganzen Katastrophen und Tragödien: LIEBE. So wunderschön, aber falsch, trügerisch, verletzend. Liebe ist es, die den Stein ins Rollen bringt, Liebe ist der Abgrund, der sich geöffnet hat, diesen weiteren Stein zu empfangen. Liebe ist auch nicht viel besser als Hass. Es missfällt mir jedoch festzustellen, dass Liebe dem Hass gleichkommt, dass Liebe nichts weiter als Hass ist. Liebe ist gewiss nicht Hass. Liebe ist ähnlich wie Hass, genauso intensiv. Sie sind doch Geschwister, Liebe und Hass. Beide geboren, um den Menschen Leid zu bringen. Beide können sie den Menschen zerstören. Hass, der von anderen ausgeht und schließlich in Selbsthass gipfelt. Wir hassen uns selbst, wenn andere Personen uns hassen, die uns wichtig sind. Es ist nicht so, dass Selbsthass einfach so entsteht. Selbsthass ist das Gegenstück zu Egoismus, Selbstverliebtheit. Und jeder Mensch ist egoistisch. Wenn also neben dem Egoismus Selbsthass existieren würde, dann wäre jeder Mensch von einer inneren Unentschlossenheit gezeichnet. Die Frage nach dem Selbsthass ist also eigentlich eine Frage danach, warum uns andere Menschen hassen. Sie hassen uns, für das was wir tun, oder für das was wir verkörpern. Nun sind aber die Persönlichkeit, der Körper, der Geist und das Verhalten auf Selbstbewusstsein basierend. Warum werden Menschen mit Selbstbewusstsein gehasst? Liegt es am Neid? Zwischen Neid und Hass verläuft eine sehr dünne Linie. Wir hassen in anderen Menschen das, was wir selbst nicht verkörpern können. Oder aber „das, was in uns selbst sitzt. Das was nicht in uns sitzt, regt uns auch nicht auf.“(Hesse) Ja, vielleicht sind Hass und Liebe auch keine Geschwister, vielleicht sind sie Vater und Tochter. Die Liebe aus dem Hass geboren. Wer weiß. Wahrscheinlich ist alles eine Form der Selbstzerstörung. Der Zurückentwicklung. Werden wir mit Hass und Liebe im Herzen geboren? Oder werden sie erst durch Erziehung und Umwelt ausgeprägt?
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Gewalt nichts verkörpert, vor dem man mehr instinktiv zurückschreckt. Insgeheim stumpfen wir alle ab und werden zu gefühllosen Holzklötzen, die sich aus reiner Besitzgier bekriegen. Wunderbare Welt. Als wenn der Hass die Liebe umbringt, der Vater tötet seine Tochter und damit eine Zukunft, die anders werden könnte.

Letztendlich bringen wir uns alle selbst um. Wahrscheinlich ein ungeplanter, aber vorhersehbarer, gesellschaftlicher Suizid.
[...]

Sooo, zu dem oberen Teil muss ich ja jetzt eigentlich nichts mehr sagen, oder?

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War heute in Warnemünde unterwegs. Genauer gesagt Diedrichshagen, wo ich das Wesen besucht habe, das mich seit etwa 3 Jahren Tag und Nacht verfolgt und das ich seit 6 Monaten nicht mehr gesehen hab.. Mein heißgeliebtes Hottahü!

Jedenfalls ist mir auf dem Hinweg was seltsames passiert. Da ich immer, wenn ich nach Warnemünde fahre umsteigen muss (außer wenn ich die S-Bahn benutze), tat ich das wie immer. Und dann musste ich warten und neben mir stand eine Frau, etwa Mitte fünfzig bis Anfang 60. Die hat sich direkt neben mich gestellt, aber richtig aufdringlich, sagen wir mal der Abstand zwischen mir und ihr betrug weniger als 40 Zentimeter, also war sie sozusagen schon "in meine Privatsphäre eingedrungen", obwohl das überhaupt gar nicht nötig gewesen wäre, denn um uns herum satnden weniger als 20 weitere Personen, verteilt auf 10 Meter. Und das *Beste*: DIE hat mich dann auch noch die ganze Zeit ganz unverstohlen angestarrt! Aber richtig. Wahrscheinlich dachte sie, es wäre mir angenehm, war es aber nicht, und es ist mir ganz zufälliger Weise auch aufgefallen, dass sie das tat, was sie tat. Junge, diese alte dame ging mir auf die Nerven. Hätte nur noch gefehlt, dass sie sich neben mich in den Bus setzt (Was sie glücklicher Weise nicht tat). Manche Menschen sind schon unheimlich...

9.8.06 21:51


Karussell

Scheiben zerspringen
bersten im Suchtlicht der Sonne,
die verloren mit Strahlen um sich wirft.
Wir finden uns wieder
im gedämpften Licht
und was du bist, bin ich.
Immer weiter mit der Ungewissheit...,
erleuchte die Schatten
und hör auf mich zu quälen – Sonne!
DU bist die Herrlichkeit
und mein Verlangen,
die Sucht, die mich weitertreibt.
Lass es uns leichter machen,
die Scherben neu zusammenfügen,
dahinter steht ein jeder Neuanfang,
besser als aufzugeben.
Wie du siehst –
wir sind eins.

 

10.8.06 20:38


Gedanken zum gestrigen Tag

Gestern wars echt lustig. Die Carla war nämlich bei mir hier oben zu Besuch und wir haben ordentlich Spaß gehabt.. Das schließt auch so Sachen wie singen im Regen an der Mole zwischen Passanten mit ein. Wir haben uns eigentlich über alles und jeden lustig gemacht. Das Allerbeste war jedoch "Staplerfahrer-Klaus". Da hab ich mich dann ehrlich gar nicht mehr eingekriegt. Nebenbei haben wir uns auch so einige Bilder von ihrem Abiball und Videos ihrer Freunde angesehen. Ich glaube, ich solte nach Senftenberg ziehen.
In strömendem Regen bin ich dann nach Hause gegangen, wurde verdammt nass und beschloss dann ganz spontan auf den letzten 500 Metern meine Schuhe und Strümpfe auszuziehen... Ich werde das womöglich mit einer Erkältung bezahlen...
14.8.06 20:40


Sucht

Gib mir mehr von dem Zeug,
macht sich gut in meinem Schädel.
Blauer Boden und verdrehte Welt,
vor meinen Augen verschwimmt
die Realität.

Immer tiefer in den Sog
und alles zieht an mir vorbei.
Flecken auf all den Bildern
dieser kranken Vergangenheit,
alles zu spät.
 

Überschwängliche Gefühle,
immer mehr Durst.
Die wachsende Sucht
verliert sich auf dem Weg,
werde ihn gehen.

Leidenschaft in meinem Wasserglas...
Die Mittel lassen nach.
Ich denke immer noch an dich,
ewig daran glaubend,
egal was passiert!

Dieser traurige Anblick.
Was bedeutet es schon?
Ich werde immer daran glauben,
manches noch so fern.
Tunnelblick...

15.8.06 21:32


Für dich

Wenn ich dich nur sehen könnte,
wärst du nur in meiner Nahe!
Ich kann dich spüren
und doch bist du so fern

Was ist, wenn wir wollten
und nicht dürften?
Ich verleugne mich
für dich.

Ich kann nicht so tun,
als wäre da nichts.
Ich kann nicht so tun,
als wäre da viel.

Was soll ich tun,
wenn nichts mehr bleibt von mir,
weil ich mich aufgebe,
für dich?

 

 

17.8.06 20:35


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